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Abschied von Illusionen

Die Geschichte der Wirtschafts- und Schuldenkrise ist auch eine Geschichte von (platzenden) Illusionen. Im Duden wird eine Illusion als „beschönigende, dem Wunschdenken entsprechende Selbsttäuschung über einen in Wirklichkeit weniger positiven Sachverhalt“ beschrieben. Die politischen und wirtschaftlichen Probleme, die Verwerfungen an den Kapitalmärkten sind zu einem guten Teil Resultat der verzweifelten Versuche, das Platzen der Illusionen nicht zuzulassen.

Die Mutter aller Illusionen ist in den USA beheimatet. Im Vorfeld der US-Immobilien- und Finanzkrise hatte sich unter den Amerikanern der Glaube breit gemacht, man könne immer reicher werden, ohne dafür etwas leisten zu müssen. Steigende Immobilienpreise führten auf dem Papier zu höherem Wohlstand, den viele US-Bürger bereitwillig in höhere Konsumausgaben ummünzten. Als nach mehreren Jahren klar wurde, dass die Preissteigerungen auf Sand gebaut waren, platzte die Immobilienblase. Nicht platzen lassen wollten die Amerikaner jedoch die Wohlstandsillusion. Noch immer glauben die Amerikaner, die Jahre vor 2008 mit knackigem Wirtschaftswachstum seien der Normalzustand. Diese Zeit ist auch heute noch Maßstab für Wachstum und Beschäftigung. Wenn die Wachstumsraten niedriger und die Arbeitslosenzahlen höher ausfallen, glauben die Verantwortlichen in den USA, mit allen geld- und finanzpolitischen Mitteln gegensteuern zu müssen. Das ist fatal, denn dies ist ein teurer – und zum Scheitern verurteilter – Versuch, die Wohlstandsillusion am Leben zu halten.

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Ist der Ruf erst ruiniert…

„Es gilt das gebrochene Wort“ – niemand hat die Euro-Politik so prägnant auf den Punkt gebracht wie Hans D. Barbier im Dezember 2010. Seit Griechenland das Vertrauen der Finanzmärkte verloren hat und bis zum Kinn im Schuldensumpf steckt, haben Vertrags- und Wortbruch Hochkonjunktur. Zu den Grundfesten des Euro gehörte das Bailout-Verbot; also das Verbot, im Ernstfall für überschuldete Euroländer einzuspringen. Der Stabilitäts- und Wachstumspakt und das Bailout-Verbot waren die wichtigsten Waffen zur Schuldenprävention in Europa. Im Rückblick bleibt ernüchtert festzuhalten: Beide Waffen waren zu stumpf. Als es darauf ankam, wurde der Stabilitätspakt ignoriert und das Bailout-Verbot einfach zur Seite gefegt.

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Wer soll das bezahlen?

Gehören Sie auch zu denjenigen, denen die Schuldenkrise wie ein großer Verschiebebahnhof vorkommt? Denn während die Politiker nach Wegen aus der Krise suchen und sie ein Rettungspaket nach dem anderen schnüren, türmen sich die Schulden weiter auf. Zurückgezahlt wird bislang nichts. Zu Recht fragen sich viele besorgte Bürger, wer am Ende dafür zur Kasse gebeten wird. Sie fragen: Wer soll das bezahlen?

Pessimisten vermuten, dass wir eine kräftige Inflation bekommen werden. Also Sanierung der Staatsfinanzen durch Geldentwertung. Schwarzmaler erwarten gar die Währungsreform. Doch ganz so schlimm wird es nicht kommen, die Krise dürfte ohne den großen Knall gelöst werden. Es wird weniger spektakulär, aber es wird ungemütlich. Der Traum vom Leben im Luxus – und das mit immer weniger Arbeit – ist geplatzt.

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Geld allein macht nicht glücklich…

Geld allein macht nicht glücklich! Diesen Satz hat wohl jeder schon des Öfteren vernommen. Gut, wenn man welches hat. Freunde, Gesundheit, Zufriedenheit seien jedoch allemal wichtiger, so der Tenor. Kein Einspruch.

Hollywoodschauspieler und Comedian Danny Kaye hatte seinerzeit eine eigene freche Komplettierung dieses Satzes parat. Er sagte: „Geld allein macht nicht glücklich. Es gehören auch noch Aktien, Gold und Grundstücke dazu.”

Das klingt erst einmal nach einem schlechten Scherz, nach dem Motto: Geld an sich macht nicht glücklich, es muss schon viel Geld sein. Andererseits wird damit der dekadent-materialistische Lebensstil der Schönen und Reichen karikiert. Ob das wohl seine Absicht gewesen ist? Schließlich sind auch Aktien, Gold und Grundstücke kein Garant für ein erfülltes und glückliches Leben. Zur Langfassung von „Geld allein macht nicht glücklich…“

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