Oliver Lück
Autoreninfo Oliver Lück
Der junge Mann sitzt da und spricht von Leuten, denen er eine »aufs Maul gegeben hat«. Oliver Lück, geboren 1966, kennt solche Typen wie ihn gut. Er arbeitet täglich mit ihnen bei einem speziellen Anti-Gewalt-Training. Der studierte Sozialpädagoge wurde bekannt als „Der Jugendcoach“ bei SAT.1. 2003 gründete er das »Anti-Gewalt-Zentrum Berlin/Brandenburg« und »Die Coaching-Spezialisten«, ein Therapiezentrum, das er bis heute leitet. Als Headcoach arbeitet er dort auch im Auftrag Berliner Jobcenter mit Gewalttätern und auffälligen Jugendlichen.
Von Mercedes Benz zum Jugendcoach bei SAT.1
Oliver Lück wurde erst auf extremen Umwegen zu dem, was er heute ist. Der Sohn aus gutem Hause beginnt nach der Schule eine Ausbildung im Hotel Kempinski, bricht diese nach kurzer Zeit ab, beginnt zu studieren – Germanistik, Sport und Pädagogik auf Lehramt. In Philosophie macht er dann seinen Abschluss auf Magister. Sein Geld verdient er in Bars und Clubs als Barkeeper. Er verdient sehr schnell und sehr viel, so dass er 15 Jahre hinter dem Tresen steht. Er macht den ersten Kontakt mit Kokain. Mit 26 beginnt er eine Ausbildung im Vertrieb bei Mercedes Benz. Tagsüber ist er Geschäftsmann, nachts Drogenkonsument. Er bleibt in der Autobranche bis er von seinem Chef rausgemobbt wird. Doch Oliver Lück gibt nicht auf. Er beendet seinen Drogenkonsum und zieht selbstständig einen Pflegedienst auf, der schnell sehr erfolgreich wird. Doch als die Pflegesätze um die Hälfte gekürzt werden, geht dieser bankrott, weil er seine Angestellten nicht mehr zahlen kann. Er beginnt wieder Drogen zu nehmen, seine Ehe und Existenz sind zerstört. Er bekommt Kontakt zu Drogendealern, Waffenhändlern, Autoschiebern, Erpressern. Er steht immer am Rand, steckt nie mit drin. Und lernt fürs Leben. Nachdem ihm ein Drogendealer die Pistole an den Kopf hält und er heil aus dieser Situation herauskommt, weiß er, dass er sein Leben ändern muss, um es überhaupt noch leben zu können. Er macht eine Therapie und wird endgültig drogenfrei. Ein halbes Jahr später startet er sein Sozialpädagogikstudium und beginnt in der Jugendarbeit.
Die Drogentherapie war für mich „die Brücke von meinem Leben hin zu der Arbeit, die ich heute mache.“ Oliver Lück
Oliver Lück ist für seine jugendlichen Gewalttäter das beste Vorbild. Er selbst hat die dunkle Seite gesehen, stand am Rande seiner Existenz. Doch er hat sich trotz aller Widerstände wieder hochgeboxt und seine Erfahrungen genutzt. Und er hat mit dem, was er heute tut starken Erfolg. Beweise sind nicht nur diverse Fernsehauftritte und eine eigene Show, sondern auch sein Erfolg bei den Jugendlichen. 63 Prozent der Teilnehmer an seinem Programm sind nicht mehr auffällig geworden.
„Diese Erfahrung ist die beste in meinem Leben, sage ich den Jugendlichen (…). Du kannst Angst haben und überfordert sein. Du kannst trotzdem ein ganzer Kerl sein.“ Oliver Lück
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Buchinfo zu „Keine Angst“
Was kann man tun, wenn Gewalt eskaliert?
S-Bahn-Schläger, Messerstecher, Tottreter. Die Brutalität nimmt zu, die Hemmschwelle der Täter ab. Die Medien überschlagen sich mit Hiobsbotschaften. In der Gesellschaft wird die Angst davor, selbst Opfer zu werden, immer größer. Was kann man tun, wenn es ernst wird? Wenn eine Gruppe junger Männer in der U-Bahn eine alte Frau anpöbeln, wenn eine Mädchengang eine Busfahrerin zusammenschlägt oder ein Mann einem in einer dunklen Gasse den Weg versperrt? Der bekannte TV Coach Oliver Lück zeigt in seinem Buch „Keine Angst“, wie man lernt mit Aggression und Gewalt umzugehen. Und wie man heil aus einer bedrohlichen Situation herauskommen kann.
„Ich entschuldige ihr Verhalten nicht, aber ich weiß, was es hervorruft.“ Oliver Lück
Oliver Lück weiß, was uns im Alltag Angst macht. Doch er kennt nicht nur die Angst der Opfer, er kennt auch die Situation der Schläger. Er weiß, wie sie denken. In seinem Buch erzählt er von seinen Erfahrungen mit den Brutalos unserer Gesellschaft. Er erzählt auch von den ganz harten Fällen. Von Gewalttätern, die noch zutreten, wenn ihr Opfer schon am Boden liegt. Die Schläger, von denen er berichtet, kennt er persönlich. Und das merkt man. Er weiß, welchen Weg sie gegangen sind, was sie zu ihren Handlungen getrieben hat. Er kennt ihre Geschichten. Und er hat seine eigene. Auch Oliver Lück kann über eine Vergangenheit mit Drogen und Absturz berichten. Und das macht ihn für „seine Patienten“ vertrauenswürdig. Der Coach hat den Absprung geschafft – mit Hilfe. Und diese Hilfe will er weitergeben.
In „Keine Angst“ zeigt er, wie es ihm gelingt, an die meist jungen Gewalttäter heranzukommen, sie zu knacken und ihnen neue Wege zu eröffnen. Er schildert Fälle, bei denen die Gewalt eskalierte, analysiert Ursachen, Abläufe und Reaktionen und erklärt, warum trotz Gewalt im öffentlichen Raum Angst nicht sein muss.
Der Sozialpädagoge macht deutlich, woher die Gewalt kommt und wie man ihr begegnen kann. Wie man Gewalt präventiv verhindert und wie man in einer gewalttätigen Situation deeskaliert. Denn nur wer die Zeichen der Gewalt versteht, kann richtig reagieren. Und wird nicht zum Opfer.
“Oliver Lück gelingt der Balanceakt, Verständnis für seine Schützlinge zu wecken, ohne Taten zu verharmlosen. Ein Glücksfall.“ Welt.de
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