- Von Michail Sygar
- 23. Februar 2008 | 12:50
Im August 2000 passierte etwas, das weder mit NTV noch mit Gussinski oder Gazprom etwas zu tun hatte, den weiteren Gang der Dinge aber wesentlich beeinflusste. Am 12. August sank das U-Boot Kursk in der Barentssee. Die Besatzung war nach der Havarie noch einige Tage am Leben. Aber kein einziger Mann konnte gerettet werden.
Die Medien stürzten sich auf Präsident Putin. Zum ersten Mal seit seiner Wahl hagelte es von allen Seiten Kritik. Vor allem warf man ihm vor, dass er nicht sofort seinen Urlaub abgebrochen hatte, als er von der Tragödie erfuhr.
Zur Langfassung von „Putin und das „lästige“ Fernsehen“
|
|
Permalink
- Von Michail Sygar
- 19. Februar 2008 | 15:26
Der algerische Präsident Abdelaziz Bouteflika besuchte Moskau. Eines der Hauptthemen der Verhandlung war natürlich – Gas. Russland und Algerien sind Europas wichtigste Gaslieferanten. Außerdem hatten die beiden Staaten angedeutet, dass sie eine gemeinsame Gaspolitik betreiben wollen.
Zur Langfassung von „Risse in der „Achse Moskau – Algier““
|
|
Permalink
- Von Michail Sygar
- 16. Februar 2008 | 22:49
In der vergangenen Woche feierte der russische Konzern Gazprom pompös sein 15-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass hingen überall in Moskau farbenfrohe Billboards, im Fernsehen liefen Werbespots, die verkündeten, wie großartig die Firma Gazprom ist und wie sehr sie sich um den Wohlstand der Bürger sorgt. Im Kreml fand ein festliches Konzert statt, an dem die politische Führung teilnahm. Tina Turner und Deep Purple traten auf – letztere ist übrigens die Lieblingsgruppe von dem Vorsitzenden des Gazprom-Vorstandes Dmitrij Medwedew, einem der vielversprechendsten Kandidaten für den Präsidentenposten der russischen Föderation in den bevorstehenden Wahlen im März.
Allerdings überraschte die Tatsache, dass der Konzern Gazprom beschlossen hatte, seinen 15. Geburtstag jetzt zu feiern. Wenn man sich an die offizielle Version der Entstehung der Firma hält, die auf deren Website zu lesen ist, wurde Gazprom 1989 gegründet; damals, vor 19 Jahren, wurde das Ministerium der Gasindustrie der Sowjetunion in den staatlichen Gaskonzern Gazprom umgewandelt.
Zur Langfassung von „Die “Verjüngungskur” eines Großkonzerns“
|
|
Permalink
- Von Michail Sygar
- 13. Februar 2008 | 14:54
Zwischen Russland und der Ukraine wird weiter „Krieg“ um Gas geführt. Dieses Mal sind nicht nur zwei Parteien beteiligt – Gazprom und die ukrainische Regierung –, sondern gleich drei: Gazprom, der ukrainische Präsident Viktor Juschenko und die Premierministerin Julia Timoschenko.
Am 12. Februar reiste Viktor Juschenko nach Moskau, um die geplante Sperrung der Gasleitung zu verhindern. Der Besuch von Juschenko konnte die Sperrung zumindest hinauszögern. Zu Beginn drohte Gazprom noch, die Gasleitung bereits am 11. Februar zu kappen, wenn die Ukraine nicht garantiere, ihre Schulden in Höhe von 1,5 Mrd. US-Dollar zu begleichen. Später wurde auch der genaue Zeitpunkt des Lieferstopps genannt – und zwar der 12. Februar, 10 Uhr. Genau an dem Tag also, an dem der offizielle Besuch von Viktor Juschenko in Moskau stattfinden würde. Der Beginn des Lieferstopps wurde von 10 Uhr auf 18 Uhr verlegt. Die Verschiebung des Termins spricht für sich – schließlich hatte Gazprom in der Vergangenheit noch nie seine Pläne geändert. Wenn es damit gedroht hatte, Gas zu sperren, hatte es das auch getan. Dieser Aufschub nun bedeutet, dass Gazprom seinem ehemaligen Konkurrenten Juschenko Zeit gewährt, da er inzwischen einen noch größeren Feind von Gazprom bekämpft – Julia Timoschenko. Julia Timoschenko trat in den letzten Jahren mit dem Versprechen an, die Firma RosUkrEnergo aus dem russisch-ukrainischen Gas-Geschäft hinauszudrängen – diese Firma ist ein geheimnisumwitterter Zwischenhändler im Gasgeschäft, registriert in der Schweiz und protegiert von Gazprom.
Zur Langfassung von „Gazprom, Putin und die Machtverhältnisse in der Ukraine“
|
|
Permalink