Archiv für Autor „Manfred Lütz“

Der Zusammenbruch der atheistischen Argumentation

Zu Beginn des 20.Jahrhunderts brach die Jahrhunderte lange atheistische Argumentation zusammen. Die Quantentheorie zerstörte die Vorstellung von einer nach deterministischen Gesetzen notwendig ablaufenden Natur, in die natürlich Gott nicht eingreifen konnte. Quantentheoretisch sind göttliche Eingriffe als statistische Ausreißer kein grundsätzliches Problem mehr. Die Relativitätstheorie mit ihrer Äquivalenz von Masse und Energie hat den plumpen Materialismus zum Zusammenbruch gebracht, der Gott allein deswegen nicht anerkannte, weil ja schließlich alles aus Materie sei. Die Urknalltheorie räumt auf mit der atheistischen Überzeugung von der Ewigkeit der Welt und macht das jüdisch-christliche Schöpfungsdenken naturwissenschaftlich wieder darstellbar.

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Das Wunder im Christentum

Wunder sind nach christlicher Überzeugung nicht irgendwelche Mirakel oder Zauberkunststücke. Es sind Zeichen, die das Eingreifen Gottes in diese Welt verdeutlichen. Man darf den Wunderbegriff nicht verengen auf eine „Durchbrechung der Naturgesetze“, denn Naturgesetze in diesem Sinne gibt es seit der Quantentheorie nicht, es gibt nur statistische Wahrscheinlichkeiten. Die Himmelfahrt Christi ist quantentheoretisch gesehen zwar sehr unwahrscheinlich, aber eine Durchbrechung der Naturgesetze wäre sie nicht, bloß ein statistischer Ausreißer. Einen Ostwind ließ Gott wehen, als das Volk Israel kurz vor seiner Vernichtung vor dem Roten Meer stand. Dieser Wind, eine natürliche Ursache, legte das Meer an einer Stelle trocken und die Israeliten wurden gerettet. Dass das Phänomen zum Zeitpunkt der höchsten Not eintrat, das war das Wunder, von dem sich Juden bis heute erzählen.

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Fundamentalistischer Atheismus

Es gibt heutzutage einen merkwürdigen fundamentalistischen Atheismus. Das Hauptwerk dieser sektenartigen Bewegung ist der „Gotteswahn“ von Richard Dawkins. Wenn man jede Gegenposition ausschließlich als lächerlich, böswillig oder geistesgestört beschreibt, wenn man auf der eigenen Position wahnhaft starr beharrt und unfähig ist zu einem Perspektivwechsel, dann erinnert das formal an fundamentalistische Mentalitäten. Das Buch ist vor allem eine polemische Streitschrift gegen den amerikanischen christlichen Fundamentalismus. Aber die Gegnerschaft hat offenbar in Dawkins selbst ein fundamentalistisches Abbild des Fundamentalismus zustande gebracht.

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Vorurteile gegenüber dem Christentum

Es gibt Vorurteile gegenüber der Kirche, die krass der Realität widersprechen. Wie es dazu kommt, kann man sich wohl am besten vorstellen, wenn man bedenkt, wie viele falsche Behauptungen über den politischen Gegner während eines wenige Monate dauernden Wahlkampfes in die Welt gesetzt werden. Der „Wahlkampf“ gegen die Kirche dauert aber schon 2000 Jahre. Kreuzzüge waren vor allem weltliche Veranstaltungen, Hexenverfolgung erfolgte vor allem von weltlichen Gerichten gegen kirchlichen Widerstand. Die Römische Inquisition hat während der gesamten Zeit ihres Bestehens so viele Todesurteile zu verantworten wie Mao Tse Tung während seiner Regierungszeit in durchschnittlich (!) 40 Minuten über die Klinge springen ließ.

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