Raus aus dem Euro?

Wie tief die Schuldenkrise bislang auch ging, ein Tabu wurde nicht angetastet: Der Zerfall des Euro. Inzwischen gibt es allerdings erste Presseberichte darüber, dass die Politik ihre strikte Haltung aufgibt und zumindest für Griechenland Austrittsszenarien entwickelt. Wenn es nach der Stimmungslage der deutschen Bevölkerung ginge, wäre Griechenland schon längst aus dem Euro-Club rausgeflogen. Doch wäre die Aufspaltung des Euro tatsächlich die lang ersehnte Lösung?

Die Antwort ist ein entschiedenes „Nein“. Den Euro jetzt aufzuspalten in der Form, dass ein „harter Kern“ übrig bleibt und die Schuldenländer zu nationalen Währungen zurückkehren müssen, wäre ein hochriskantes Manöver. Natürlich hätte Griechenland von vornherein nicht in die Gemeinschaftswährung aufgenommen werden dürfen. Schon beim Euro-Beitritt war zu sehen, dass Griechenland die Aufnahmekriterien nicht erfüllt hat und zum Problemfall werden kann. Nur leider lässt sich die Geschichte nicht zurückdrehen. Der Geist namens Griechenland lässt sich nicht so einfach in die Flasche zurückbefördern, wie er einst aus ihr entschlüpfte.

Es ist kaum zu erwarten, dass die Bürger Griechenlands die neue Weichwährung mit offenen Armen willkommen heißen würden. Im Gegenteil, sie würden ihre Konten plündern, um ihre ersparten Euro zu behalten. Für das griechische Bankensystem hieße dies wahrlich nichts Gutes. Eine neue Kettenreaktion wäre wahrscheinlich, deren Folgen wohl auch die Deutschen zu spüren bekämen. Deshalb kann vor einem Bruch des Euros nur eindringlich gewarnt werden.

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