Da haben wir den Salat: Italien in Not!

Jetzt ist es also soweit: Italien ist endgültig infiziert. Die Zinsen der italienischen Staatsanleihen steigen in atemberaubendem Tempo. Allein von Mitte August bis heute stieg der Zins für zweijährige Anleihen von 3,5% auf jetzt 7,5%. Dieser Anstieg ist keineswegs Ausdruck einer dramatischen Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage, sondern Ausdruck verloren gegangenen Vertrauens. Italien muss jetzt also horrende Risikoprämien zahlen, weil die Finanzmarktteilnehmer den Glauben an die politische Handlungsfähigkeit verloren haben.

Damit ist viel von dem, was EU, IWF und EZB in den letzten eineinhalb Jahren als Rettungsplan entwickelt hatten, Makulatur. Eigentlich war der Plan, mit dem Schutz- bzw. Rettungsschirm das griechische Schuldenvirus nicht auf andere Länder übergreifen zu lassen. Nachdem Irland und Portugal bereits unter den Schutzschirm geschlüpft sind und Italien wohl kurz davor steht, kann man den Plan wirklich nicht mehr als gelungen bezeichnen.

Jetzt gibt es also die Quittung für Wort- und Vertragsbrüche, für Rumlavieren und Durchwurschteln, für Taktieren und Verschleiern. So kann es nicht weitergehen. Das Scheitern des Krisenmanagements verdeckt zu allem Überfluss auch noch unzweifelhafte Erfolge: Sowohl in Griechenland als auch in Italien bessert sich die Situation, die Budgetdefizite sinken. Allerdings wird dies von den hypernervösen Marktteilnehmern nicht wahrgenommen. Da der Rettungsschirm am Ende für Italien wohl nicht reichen wird, ist die Wahrscheinlichkeit erneut gestiegen, dass die EZB als Retter in der Not Staatsanleihen kaufen wird. Normalität sieht wahrlich anders aus.

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