Ist die Integration wirklich gescheitert?

Ist die Integration wirklich gescheitert? Diese Behauptung wäre ein Schlag ins Gesicht vieler Zuwanderer, die sich bereits integriert haben. Darunter auch viele Muslime.

Es gibt allerdings immer noch viele Migranten, die unter Integration etwas anders verstehen als das, was sich die Mehrheitsgesellschaft darunter vorstellt. Der Staat sieht Integration als Eingliederung der Einwanderer in das Bildungssystem, deren Teilhabe an der Wirtschaft und am kulturellen Geschehen im Lande. Viele Muslime denken hingegen, dass Integration Assimilation und Aufgabe ihrer kulturellen Wurzeln bedeutet. Andere denken, Integration sei durch den Bau von Moscheen und Minaretten herstellbar. Und viele verstehen noch nicht einmal, was das Wort überhaupt bedeutet.

Das gleiche gilt für das Wort „Freiheit“. In Deutschland wird unter „Freiheit“ die Freiheit des Individuums verstanden. Dass man sein Leben als mündiger Bürger selbstständig bestimmen und gestalten kann. Viele Muslime denken bei „Freiheit“ eher an Rumhuren und Dekadenz. Andere verstehen darunter die Freiheit der Religionsausübung und des Bauens von Moscheen.

Diese Asymmetrie und Ungleichzeitigkeit belasten die Integration. Sie machen eine vernünftige Kommunikation beinahe unmöglich. Jede Seite lebt in ihrer eigenen Welt und hat keinen Zugang zur Welt der anderen. Beide Seiten halten die Welt der anderen für bedrohlich oder zumindest unheimlich.

Das Sarrazin-Buch ist so erfolgreich, weil es diese Asymmetrie entlarvt. Meine genetisch bedingte unterentwickelte arabische Intelligenz vermag aber nicht darüber zu urteilen, ob er mit seinen Thesen richtig oder falsch liegt!

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14 Reaktionen zu „Ist die Integration wirklich gescheitert?“

  1. Von Hat_es_Sarrazin_gesagt?

    “Meine genetisch bedingte unterentwickelte arabische Intelligenz vermag aber nicht darüber zu urteilen, ob er mit seinen Thesen richtig oder falsch liegt!”

    Sehr geehrter Herr Abdel Samad:

    Sind sie sicher, dass Herr Sarrazin wirklich die schlimmen Dinge gesagt hat, wie es in den Medien dar gestellt wird? Haben sie sein Buch schon gelesen? Ich nicht, aber nach einem Artikel wie diesem hier sollte man vielleicht etwas misstrauischer sein.

  2. Von ja_hat_er!

    @Hat_er_das_gesagt?
    Ja, das hat er gesagt. Empfehlenswert sind die Kapitel 6 bis 8 in Sarrazins Büchlein. Und wenn man nicht zum Lesen kommt, dann einfach mal eine seiner Veranstaltungen besuchen oder die Äußerungen, die ja von ihm autorisiert werden müssen, in Zeitungsinterviews checken.
    Wer von der Erblichkeit der Intelligenz spricht, meint im Umkehrschluss auch die Vererbbarkeit von Dummheit. Wer von der Nutzbarkeit und Fruchtbarkeit bestimmter Menschengruppen spricht, von Morgenland und Abendland, der ist nicht wirklich an einer Problemlösung im Sinne aller Seiten interessiert. Da wo er nicht explizit wird, ist Sarrazin ein raffinierter Meister des Subtextes…
    “Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.” Dieser Kantsche Satz ist heute aktueller denn je. Wer sich Sarrazin im Rahmen einer Podiumsdiskussion (zum Beispiel am letzten Freitag in der Berliner Urania) antut, wird wissen, was ich meine.

  3. Von na und ?

    @ja_hat_er

    Wer von der Erblichkeit der Intelligenz spricht, meint im Umkehrschluss auch die Vererbbarkeit von Dummheit.
    Abgesehen vom etwas diffusen Begriff der “Dummheit” ,ich nehme an Sie meinen damit einen Mangel an Intelligenz, was ist falsch daran?

    @ja_hat_er
    Wer von der Nutzbarkeit und Fruchtbarkeit bestimmter Menschengruppen spricht, von Morgenland und Abendland………………………..

    Und wiederum, dies sind aus makroskopischer Perspektive Faktoren
    die in Betracht gezogen werden und diskutiert werden muessen, gerade dies ist bisher aus politischer Korrektheit nicht geschehen und hat nichts aber auch
    gar nichts mit Diskriminierung oder gar Eugenik zu tun ,nur mit sachlicher
    Betrachtung und Bestandsaufnahme.

  4. Von Martin

    “Wer von der Erblichkeit der Intelligenz spricht, meint im Umkehrschluss auch die Vererbbarkeit von Dummheit. ”

    Und? Es ist doch nicht die Frage, ob etwas schön, wollenswert oder wünschenswert ist, sondern ob es zutrifft.

    Daran, das Intelligenz zu einem sehr signifikanten Teil erblich ist, herrscht kaum ein Zweifel. Da ist sich die weit überwiegende Mehrzahl der Forscher einig, das ist empirisch so gut abgedeckt, wie kaum ein anderes Gebiet in der Psychologie.

  5. Von auguste

    @ Martin:

    “Daran, das Intelligenz zu einem sehr signifikanten Teil erblich ist, herrscht kaum ein Zweifel. Da ist sich die weit überwiegende Mehrzahl der Forscher einig, das ist empirisch so gut abgedeckt, wie kaum ein anderes Gebiet in der Psychologie.” sagen Sie.

    Was für ein Schmarren! Die Erblichkeit der Intelligenz ist eines der umstrittensten Themen überhaupt. Und zwar weil man Intelligenz nur als Leistung, aber nicht als Begabung messen kann. Man kann ja schließlich nicht sagen, “Der guckt so schlau, der ist bestimmt hoch begabt.” Er muss das dann schon im Kopfrechnen beweisen. Dummerweise ist es aber so, dass Intelligenz sich in Lernfähigkeit äußert, - weshalb man nie weiß, ob die gemessene Leistung angeboren ist oder angelernt. Also auch nicht, wie hoch der ererbte Anteil daran ist. …

  6. Von Inge Krebs

    Warum redet man bei Sarrazin nur über den Passus über die Vererbung der
    Intelligenz? Zugegeben, darüber läßt sich endlos streiten.
    Weshalb greift man nicht die anderen, zutreffenden Thesen seines Buches auf?
    DER MANN HAT RECHT !!! Mit unserer Naivität und unserem Gutmensch-
    gehabe übersehen wir immer mehr, wie wir von einer Horde von Arbeits-
    verweigerern ausgenommen werden und keine Gegenleistung für unsere
    Volkswirtschaft erfolgt. Das verschlingt Unsummen, bisher mehr als eine
    Billion Euro, das ist eine Tatsache, die uns sowohl Politiker als auch Presse
    verschweigen. Um das zu alimentieren wird der Staat auch weiterhin
    Schulden machen und Steuern erhöhen. Das betrifft auch später noch unsere
    Kinder. Ich empfehle mal kritisch Udo Ulfkotte: Kein Schwarz, Kein Rot, Kein Gold zu lessen. Dort finden sich Belege und Aussagen, die man nicht ignorieren
    sollte, denn der bevorstehende Ruin unseres Sozielstaates betrifft uns alle!

  7. Von Sarrazin, Melitta

    Warum macht ihr euch alle in die Hosen wegen einem Sarazenen?
    Er hat eben die Gene eines mittelmäßigen arabisch-stämmigen Nordafrikaners, der eben nur die Chance hatte innerhalb der letzten 1000 Jahre deutsch zu lernen

  8. Von Dr. C.-A. Neinens

    Die Integration ist nicht gescheitert

    Die meisten hier lebenden Muslime sind integriert. Sie leben hier mit den deutschen Sitten. Die meisten von ihnen sind friedliche Mitbürger. Aber es gibt auch Deutschenfeindlichkeit und Jugend-Gangs. Das rechtfertigt nicht die Ablehnung aller hier lebenden, auch nicht, wenn ihre Kriminalitätsrate sieben mal so hoch ist wie beim Durchschnitt der Deutschen. Der soziale Hintergrund derer, die aus der Rolle fallen, ist bei beiden Gruppen sehr ähnlich. Die soziale Zusammensetzung, besonders der türkischen Einwanderer in ihrer Gesamtheit, ist sicher eine andere als die der Gesamtheit aller Deutschen. Ich will das hier nur feststellen aber nicht weiter untersuchen oder Lösungsvorschläge anführen, wie es Sarrazin versucht (mehr hierzu unter www.neinens.de/sarrazin).

    Nicht oder sehr schwer zu lösen ist das Religionsproblem. Das gilt allerdings nur für die fest gläubigen Muslime, und das ist, ähnlich wie bei den Christen, eine Minderheit. Hinzu kommen allerdings Mitglieder aus autoritär geführten Familien, die es nicht wagen, ihren anderen Weg zu gehen, den man ihnen zu versperren versucht.

    Für diejenigen, die buchstabengetreu korangläubig sind, gibt es keinen Ausweg.
    Immerhin bedeutet das: Die Integration ist nicht gescheitert sondern zur Zeit noch ein Problem einer Minderheit.
    Beseitigt ist das Problem damit nicht. (siehe hierzu: Das Problem des Islam unter www.neinens.de/islam ).
    Wenn unsere Politik dieser Minderheit die Tore öffnet, kann sie schnell anwachsen und eine Integration wird immer schwieriger.

  9. Von Martin Canto

    Sehr geehrter mu`halim Abdel-Samad, ich lese Ihr Buch mit großem persönlichen Gewinn. Ahl-al kitab und damit römisch-katholisch werde ich aber wohl immer bleiben. §:-) Leider ist auf Seite 80 in der ersten Auflage von “Der Untergang der islamischen Welt” in Zeile 15 ein Lapsus unterlaufen muhdatha ist auf arabisch von links nach rechts geschrieben worden. Das ist wohl ein technisches Versehen. Auch muss ich anmerken, dass der Begriff des “persönlichen djihad” micht etwas irritiert. Ist das “sich-sehr-anstrengen” gegen den inneren Schweinehund nicht immer in erster Linie eine höchstpersönlichen Angelgenheit? Auf Antwort freut sich Martin Canto (mcanto@gmx.de) der seine Integration in Deutschland vor über 200 Jahren hinter sich gebracht hat.

  10. Von IQRA

    hallo,
    zuerst möchte ich die Frage stellen, was sich viele unter “Integration” eigentlich vorstellen?
    Bildung bzw. Sprachbeherrschung, Zugehörigkeit und vielleicht Konvertierung??? (Konvertierung vom Islam zum Christentum versteht sich)
    Ich bin der Meinung, dass ich gut Integriert bin:
    Ich beherrsche die Sprache, bin hier geboren und aufgewachsen, sowie alle türkischen Migranten 3. Generation!
    Ich habe mein Abi mit einem Durchschnitt von 1,8 absolviert und beginne im nächsten Semester zu studieren.
    Keine Angst Sarrazinfans, mein Studium wird von meinem Mann der ebenfalls türke ist (und Akademiker) finanziert!
    Ich bin deutsche Staatsbürgerin mit türkischem Migrationshintergrund (doof bin ich nicht, obwohl meine Eltern nur die Grundschule besucht haben. Sie sind auch nicht auf den Kopf gefallen ich kann sogar sagen, dass sie ziemlich intelligent sind, ach und was natürlich zur Zeit das wichtigste ist, Sie liegen dem Staat auch nicht auf der Tasche! Da wird seit 30 Jahren schön in die deutsche Staatskasse eingezahlt und man lebt glücklich miteinander, denken sie zumindest!)
    Die Integration was Bildung betrifft ist wichtig und stimmt so weit…

    Zum Thema Zugehörigkeit möchte ich sagen, dass ich mich als ein Teil dieser Gesellschaft fühle bzw. deutsch.
    Ich fühle ich sogar eher deutsch als türkisch, sowie viele von uns!

    Das wichtigste ist, ich bin bereit mich zu integrieren und meinen mitmenschen in dieser hinsicht zu helfen…Doch ich werde nicht konvertieren und NIEMALS mein Kopftuch ablegen, weil ich es nicht aus zwang, sondern aus ethischen Gründen trage.

    Ich bin auf keinen Fall eine Ausnahme.
    Ich arbeite ehrenamtlich als Jugendleiterin und befasse mich Tag täglich mit diesen Problemen. Ich helfe den Jugendlichen Muslimen sich in dieser Gesellschaft zu recht zu finden. Mit Problem bezeichne ich nicht die desinteresse der Migranten, sondern die Vorurteile der Gesellschaft.
    Ich beteilige mich am Christlich-Islamischen Dialog und trage dazu bei, uns gegenseitig besser kennenzulernen.

    Ich kann nicht behaupten, dass es auf jeden Migranten zutrifft. Es gibt natürlich Ausnahmefälle für die Partizipation ein Fremdwort ist, doch wir arbeiten daran dies vollkommen abzuschaffen.
    Ein Appell an alle die eine Meinung aus einem Buch kopieren, Sarrazin belegt zwar seine Argumente mit Studien, doch es gibt auch genug Studien, die seine Argumente widerlegen. Bevor ihr euch über diese Dinge ärgert, versucht was dagegen zu unternehmen.(Zünde lieber eine Kerze an, bevor du dich über die Dunkelheit beklagst / türkisches Sprichwort)
    Wir könnten uns zum Beispiel gegenseitig besser kennenlernen. Ehrenamtliche Migrationsarbeit hilft sehr Vorurteile abzubauen! Wir tun was wir können, was tust du?

  11. Von Reiner Franz

    Liebe Frau IQRA!
    Ich lese das Buch des Herrn Dr. Sarrazi. Gleichzeitig hatte ich das Buch der Jugendrichterin Kirstin Heisig gelesen. In beiden Fällen geht es um junge Männer, die die Schule frühzeitig abbrachen und diesen Mangel an Bildung durch übertriebene Männlichkeit auszugleichen suchen.
    Von den Mädchen und jungen Frauen wurde immer nur geschrieben, das sie sehr klug sind und deshalb nicht in die Rolle von “Klein Dummchen” passen, wie sie junge Türken gern sehen würden. Es ist der türkischen Gesellschaft dringend anzuraten, dieses Problem ihrer jungen Männer zu beheben und sie auf die gleiche Stufe der Mädchen und jungen Frauen zu bringen.
    Wenn das geschehen ist, lässt sich mit Sicherheit sehr gut miteinander auskommen.

    Reiner

  12. Von adoul

    Sehr geehrte Frau @IQRA,

    das ist ja nun nichts neues, was Sie uns erzählen. Es wird doch nicht gesagt, auch nicht von dem von mir nicht geschätzten Sarrazin, dass es solche Menschen wie nicht gibt. Sie gibt, das wäre ja noch schlimmer, wenn es sie nicht gäbe, aber das Problem ist doch eine ziemlich große Anzahl von Menschen, die sich dem verweigern. Nun ist es auch ein Fakt, dass es die Mehrheitsgesellschaft nicht immer gut macht, sich nicht öffnet. So, das wäre aber ein Fall für die Mitglieder der Mehrheitsgesellschaft, dagegen etwas zu unternehmen. Das wird nach meiner Meinung auch gemacht. Tagtäglich wird darüber berichtet. Was man aber zu wenig miterlebt, ist die Kritik aus den Reihen der Minderheitsgesellschaft gegenüber den Leuten in ihren Reihen, die sich verweigern.
    Und - eine Erwiderung ihrer banalen Bemerkung, dass sie nicht zum Christentum konvertieren würden, nur um sich sich zu integrieren. Das soll ja wohl nicht Ihr Ernst sein? Erstens sind Sie doch offensichtlich integriert, zweitens ist es wohl nicht Praxis, Muslime zum Christentum zu übereden. Es ist doch eher so, dass sich Menschen in Europa überhaupt gestört fühlen wegen der neuen Religiösität, die das öffentlichen Leben zu stark beeinflusst, eben durch den Islam. Religion soll privat sein, nicht mehr und weniger.
    Ausserdem kann man @Reiner zustimmen. Es gibt aber leider zu wenig Kritik aus den eigenen Reihen. Es sollte eben nicht von Sarrazin und Konsorten kommen, sondern ……aber man wiederholt sich ………und wiederholt sich…..

  13. Von Nicolas

    Ich bin Luxemburger und bin voll in Deutschland integriert. Wenn ich zu meinen Mitbürgern sage: Ich bin Ausländer, lachen sie und sagen: du bist einer von uns. Trotzdem liebe ich meine Heimat Luxemburg und bin stolz meine Herkunft bis ins 17. Jahrhundert nachweisen zu können.
    Ich habe mich entschlossen das Land so anzunehmen wie es ist, auch wenn ich noch manchmal an die deutsche Vergangenheit denke. Drei meiner Verwandten sond von Nazis ermordet worden. Und bin ich gern in Deutschland. Ich schätze den deutschen Fleiss und ihre Kultur. Wenn Gott will werde ich mein ganzes Leben hier verbringen
    Nicolas

  14. Von Deutscher

    Ich bin Deutsch und nicht integriert. Integration beinhaltet nicht Religion. Menschen können sich nur Integriert fühlen, wenn Ihnen eine Gesellschaft mit Respekt begegnet, unabhängig vom Glauben. Armut und zu wenig Bildung ist z.B.ein grosses Problem. Bildung sorgt für Intelligenz, viele Länder Weltweit, auch Deutschland tun dafür zu wenig. Trotz allem dürfen wir die Liebe zum Mitmenschen nicht vergessen, denn diese bildet viel Kraft!

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