Die Farbe des Fortschritts
Die Farbe des Fortschritts wird grün. Technischer Fortschritt ohne klare ökologische Ausrichtung geht nicht mehr. Die Menschheit hat sich durch technischen Fortschritt unermesslichen Wohlstand geschaffen. Doch der ökologische Preis war hoch. Die industrielle Revolution und die mit ihr einhergehende rasante Bevölkerungsvermehrung haben starke Veränderungen verursacht. Wir Menschen haben fast alles bewohnbare Land in unseren Dienst genommen und uns Ressourcen aus den letzten Winkeln der Welt nutzbar gemacht. Das expansive Wachstum ist an Grenzen gekommen.
Wenn wir diese Grenzen nicht respektieren, besteht die Gefahr, dass die Ökosysteme der Erde bis zu einem Punkt degenerieren, wo eine Erholung nicht mehr möglich ist. Steigt die Durchschnittstemperatur auf der Erde um 3 bis 6 Grad, würde der Meeresspiegel gefährlich ansteigen. Ganze Landstriche würden überschwemmt, andere vertrocknen. Zerrüttung von Infrastruktur und Zivilisation, Zerfall von Städten und Staaten, große Kriege, Seuchen und der Niedergang der Kultur würden immer wahrscheinlicher.
Doch nun kommt die gute Nachricht. Eine Verminderung der Umweltbelastung und des Ressourcenverbrauchs – bezogen auf die Wirtschaftsleistung –ist machbar. Um einen Faktor Fünf. Das ist ein vernünftiges und realistisches mittelfristiges Ziel für die Politik aller Länder. Der reichen wie der ärmeren. Mit dieser Verminderung ließen sich gute Klimaziele erreichen, auf die man sich in Kopenhagen nicht verständigen konnte.
Von selbst kommt aber etwas so Ehrgeiziges nicht zustande. Wir müssen es wollen und aktiv herbeiführen.


