Der Bumerangeffekt und die Wirtschaftskrise – das Problem USA

Als Reaktion auf die rasant gestiegenen Ölpreise wurden 1975 in den USA Effizienzstandards für Autos beschlossen – die sogenannten CAFE-Standards. 1978 wurden diese rechtsgültig. Innerhalb von knapp 20 Jahren erreichten diese Standards eine Steigerung der Treibstoffeffizienz um 50%! Interessant ist, dass der ökologische Effekt aber, nachdem das Öl wieder sehr billig geworden war, kaum positiv war. Die Botschaft der CAFE-Standards und des billigen Bezins war: Jetzt könnt ihr für einen Dollar doppelt so weit fahren, und ihr könnt euch dabei auch dickere Autos leisten. Und beides taten die Amerikaner. Die Pendlerentfernungen verdoppelten sich beinahe, und die Autoflotte wurde zunehmend von Sport Utility Vehicles – SUV’s geprägt.

Doch zehn Jahre später stieg der Ölpreis wieder. Denn inzwischen hatte China fabelhafte Wachstumsraten erzielt und trat als großer Ölkäufer auf den Weltmärkten auf. Dann auch Indien und andere. Als schließlich das Rohöl die magische 100-Dollar-Marke überschritt und kein Ende des Anstiegs absehbar schien, kam die Stimmung in den USA und damit die Wirtschaft ins Schleudern. Hauptsächlich durch folgende Ursachenkette:

Die langen Pendelwege wurden für Millionen Hauseigentümer, die häufig ihre Häuser auf Pump gebaut hatten, zu teuer. Viele siedelten deshalb in Wohnwagen in der Nähe des Arbeitsplatzes um. Der Wert ihrer Häuser verfiel zusehends. Die meisten nachrangigen Hypotheken (subprime mortgages) galten alsbald als verloren und mussten von den Hypothekenbanken abgeschrieben werden. Die Hypothekenbanken Fannie May, Freddy Mac, Countrywide, Wachovia standen plötzlich vor dem Nichts. Die zuvor werthaltigen aber so gut wie keiner Regulierung unterliegenden „credit default swaps“ – Derivaten zum Handeln von Kredit-Ausfallrisiken – wurden weitestgehend wertlos. Damit kamen die Finanzinstitute, die viel davon hatten, nicht zuletzt Bear Stearns, Merryl Lynch und vor allem Lehman Bros. in schwerste Turbulenzen. Lehman Bros. wurde bekanntlich nicht gerettet, was dann eine große Lawine der Wertberichtigungen und damit die Finanzkrise auslöste.

Kurz: Die Verletzlichkeit der amerikanischen Finanzmärkte hing nicht nur an der zweifellos ebenfalls gefährlichen Regellosigkeit und ungezügelten Profitgier im Bankensektor, sondern indirekt auch mit der jahrzehntelang verfolgten Politik der viel zu niedrigen Energiepreise zusammen. Als diese dann von außen hochschossen, brach das System zusammen.

Der Bumerang war also nicht nur ökologisch. Am Ende war die Wirtschaft der Leidtragende. Und das nicht nur in den USA, sondern weltweit. Auch die deutsche Exportwirtschaft erlitt einen Einbruch.

Die spannende Frage ist, wie man mit dem Bumerang-Effekt politisch umgehen soll. Einfach hinnehmen? Nein, das wäre schwach!

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Eine Reaktion zu „Der Bumerangeffekt und die Wirtschaftskrise – das Problem USA“

  1. Von iPhone Shop

    Toller Artikel. Sehe ich genauso

    LG Peter

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