Wie kann man Manipulationsversuche erkennen?

Wie kann man sich davor bewahren, manipuliert zu werden?
Die Methoden der Manipulation sind ausgesprochen vielfältig und seit Jahrhunderten erprobt. Deshalb ist es nicht leicht, Manipulationsversuche zu erkennen. Es ist hilfreich, wenn man Fälle von Manipulation und Meinungsmache registrieren und nachvollziehen kann, um sich selbst vor Manipulation schützen zu können. Zum Beispiel: Im ersten Golfkrieg wurde in gestellten Szenen gezeigt, wie grausam irakische Soldaten mit kuwaitischen Babys umgegangen sind. Produziert wurden diese Szenen von amerikanischen Public-Relations-Agenturen. Auf diese Weise wurde der Weltöffenlichkeit der Golfkrieg nahe gebracht. Wer diese Geschichte kannte, war in gewisser Weise immunisiert gegen die neuen Manipulationen beim zweiten Golfkrieg. Also gegen die angeblich von Geheimdiensten bestätigte Behauptung, Saddam Hussein besitze Massenvernichtungswaffen. Das erwies sich als falsch. Aber die Mehrheit zumindest der amerikanischen und britischen Öffentlichkeit hatte es geglaubt und war damit kriegsbereit gestimmt worden.

An folgenden drei aktuellen Beispielen lassen sich Manipulationsmethoden gut erkennen.

1. Am 23. September meldeten die deutschen Medien durchgehend, Bundesfinanzminister Steinbrück habe die britische Regierung attackiert, weil sie neue Regeln für die Finanzmärkte im Vorfeld und für den G-20-Gipfel in Pittsburgh blockieren würde. Wenn man weiß, dass häufig ein Konflikt inszeniert wird, um eine bestimmte Botschaft ans Volk zu bringen, dann wird man diese Meldung genauer unter die Lupe nehmen. Im konkreten Fall tut die deutsche Bundesregierung selbst nicht das, was sie hier tun könnte. Sie ist in die Entstehung der Finanzkrise genauso verwoben wie die Briten und die Amerikaner. Mit der Attacke auf die Briten schafft es Steinbrück jedoch, als ziemliches Unschuldslamm dazustehen.

2. Von der Union, vor allem der CSU und der FDP wird im Vorfeld des Wahltages stets wiederholt, Steuersenkungen seien nach der Wahl möglich und notwendig. Mit großer Sicherheit wird dies angesichts des angespannten Etats aber nicht machbar sein. Eher werden die Steuern, zumindest die Mehrwertsteuer erhöht. Dennoch werden viele Anhänger beider Parteien das Steuersenkungsmärchen glauben. Hier sind zwei Methoden erkennbar: Permanente Wiederholung sowie gleichzeitige Sendung einer Botschaft von unterschiedlichen Absendern. Im konkreten Fall heißt dies: Wenn Herr Westerwelle und Herr Seehofer das Gleiche behaupten, dann wird diese Botschaft glaubwürdiger, als wenn nur Herr Seehofer dies ins Feld führen würde.

3. Die SPD führt ihren Wahlkampf massiv gegen Schwarz-Gelb. Die eigentliche Botschaft hinter dieser Wahlkampfausrichtung lautet: Sozialdemokraten wollen Anderes als die Union und Anderes als die FDP. Und sie sind anders. Mit den Angriffen auf Schwarz-Gelb wird weggeschoben, dass die SPD gerne sowohl mit der Union als auch mit der FDP regieren würde. Und es gerät in Vergessenheit, dass die SPD genauso stolz auf die Agenda 2010 ist wie Frau Merkel. Und dass SPD und CDU vermutlich mit dieser Art von Reformpolitik weitermachen, in welcher Konstellation sie auch immer regieren werden.

Dies sind nur drei Beispiele, die zeigen, wie in der Politik manipuliert wird. Die gebräuchlichsten Manipulationsmethoden habe ich in Kapitel 10 von „Meinungsmache“ beschrieben und belegt. Viele Leser haben mir mit ihren Reaktionen gezeigt, dass meine Erfahrung der Alltagserfahrung vieler entspricht. Ich habe versucht, diese Erfahrungen in Worte zu fassen und aktuell zu belegen.

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3 Reaktionen zu „Wie kann man Manipulationsversuche erkennen?“

  1. Von Dr. Mirco Bohmeyer

    Unter uns gibt es eine kleine - meist im Hintergrund agierende - Gruppe von Menschen, die es gewohnt sind im Kreise von Gleichgesinnten, ihre Gedanken und Handlungen als die über uns herrschende festzusetzen. Über das Machtmittel Geld können Projekte und Strategien auch in die Wirklichkeit umgesetzt werden.

    Wenn fachkundige Menschen und Denker, die im Auftrag dieser kleinen Menschengruppe handeln, langjährig zusammenkommen, um mit einer Öffentlichkeitsarbeit der großen Mehrheit von Menschen - gegen ihren Willen - mit Kampagnen etwas schmackhaft wie Sauerbier zu verkaufen, was sie eigentlich gar nicht annehmen wollen; dann ist dies Meinungsmache. Ich stimme Ihnen zu, dass das Wort „Gehirnwäsche“ viel zu wohlwollend ist.
    Nach der Wäsche sind die Kleidungsstücke wieder rein und sauber. Diese Durchsetzung der Meinung einiger weniger mächtiger Menschen - zur Erlangung von noch mehr Vorzügen - gegen die Mehrheit des Volks, das unfreiwillig etwas von dem Wenigen hergeben muss, ist in der Tat eine Verschmutzung des reinen Denkens, eine Gehirnverschmutzung.

    Wer sich über die Jahre das „Meisterstück“ der Meinungsmache gegen die gesetzliche Rentenversicherung ansieht, wird vielleicht entsetzt feststellen, dass er hier oder da auch schon einmal einer Aktion auf den Leim gegangen ist.

    Zusätzlich empfehle ich - nach dem Studium der Methoden der Meinungsmache - mal wieder den gesunden Menschenverstand einzuschalten und auf die eigene innere Stimme zu hören. Oftmals gibt es diesen Vorboten des unguten Gefühls, dem wir ruhigen Gewissens auch einmal nachgeben dürfen.

    Dann ist völlig klar,

    … dass Meinungsumfragen keinen Sinn machen, wenn die Auswertekriterien nicht genannt werden.

    … dass ein Unbekannter ohne gesteuerte mediale Hilfe wohl kaum in einem halben Jahr zum beliebtesten Politiker Deutschlands aufsteigen kann.

    … dass es völlig unsinnig ist, in drei Talk-Shows über die sogenannte Ärzte-Korruption zu diskutieren, wenn es sich hierbei um ein alltägliches, nicht erwünschtes Phänomen handelt (z. B. Baugewerbe)

    In der Hoffnung mit zur Ideen- und Gedankenvertiefung beigetragen zu haben übersendet Ihnen ein Gleichgesinnter herzliche Grüße.

  2. Von Karl Weissflog

    Es hat sich schon in den letzten 18 Monaten deutlich herausgestellt, dass Westerwelle nicht das Format hat, ein Staat wie die BRD als Außenamtschef zu vertreten. Allerdings auch innenpolitisch hat er sich durch seine Hartz4-Aussagen disqualifiziert. Als Staatsbürger dieses Landes neigt man bereits zum Fremdschämen für unseren Außenminister. Die Fragestellung ist bloß, wann erlöst uns Westerwelle und tritt zurück?

  3. Von Computerprobleme berlin

    Die Freie Demokratische Partei hat schlicht zu lange zugesehen, wie Westerwelle die Partei kaputt macht. Ein Neuanfang sieht nun mal wahrhaftig anders aus. So, wie ich das wahrnehme, hat die FDP wie zuvor noch noch niemals in ihrer Geschichte an Substanz und Glaubwürdigkeit verloren. Die, die sie 2009 zum ersten Mal gewählt haben, werden das definitiv nicht mehr tun. Noch schlimmer ist jedoch, dass ihr jetzt auch die sowieso kleine Stammwählerschaft den Rücken kehrt. Man fragt sich unweigerlich, wer braucht eigentlich die FDP? Ausser Frau Merkel niemand mehr.

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