Propaganda bereitet Kriege vor

Das ist keine neue Erkenntnis. Aber ich gebe zu, ich hatte als Jugendlicher geglaubt, die Zeit der Kriege mit unserer Beteiligung sei irgendwie vorbei. Und auch die Entscheidung für Kriege mit Hilfe von Manipulation und Propaganda sei in anderen Teilen, zumindest der westlichen Welt, schwieriger geworden. Das war in der Zeit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Und in der Zeit der Entspannungspolitik, als ab 1969 die Spannungen zwischen Ost und West durch die Regierung Brandt abgebaut wurden.

Ich habe mich kräftig getäuscht: Schon die Entscheidung der USA 1990 zum Irak-Krieg ist wesentlich von Propaganda vorbereitet worden. Einschließlich der Nutzung von gestellten Szenen. So wurde irakischen Soldaten in von PR Agenturen veranlassten Filmen unterstellt, Frühgeborene aus Brutkästen entfernt zu haben. Ab 2003 wurde zur Erleichterung des zweiten Irakkrieges die Produktion von Massenvernichtungsmitteln durch Saddam Hussein erfunden und zu einem großen öffentlichen Thema gemacht. Es beeindruckte die Weltöffentlichkeit. Es beeinflusste die Entscheidung von Regierungen wie etwa in Großbritannien. Meinungsmache machte die Völker gefügig.

Auch die Entscheidung der Bundesregierung, uns an den Bombardements von Restjugoslawien im so genannten Kosovo-Krieg zu beteiligen, ist von Propaganda gefördert und begleitet worden.

Dass wir und wie wir uns militärisch in Afghanistan engagieren, ist von Anfang bis Ende von Meinungsmache begleitet und erleichtert worden: Man hat uns erzählt, der Terror gegen die Wolkenkratzer in New York sei von Afghanistan – und nur von dort – ausgegangen. Man hat uns erzählt, wir müssten dort intervenieren, um den Terrorismus zu bekämpfen und den Afghanen zu helfen. Vom Eintritt in diesen Konflikt bis heute erleben wir eine Kette von Täuschungen. Anfangs ging es angeblich nur um zivile Ziele. Wir wollten das Land befrieden. Wir wollten die Rechte der Frauen gegen den „Terror der Taliban“ sichern. Wir wollten beim Wiederaufbau helfen und die Infrastruktur verbessern. Auf diesen Zielen basierten die Entscheidungen, sich dort zu beteiligen. Wo sind diese Ziele geblieben? Was ist bei diesem Einsatz herausgekommen? Heute schützen die Militärs zuallererst sich selbst. Das müssen sie wohl auch. So schlimm ist die Lage geworden. Bedenken wir die Begründung unseres Bundesverteidigungsministers Jung für die Bomben auf die beiden Tanklastzüge: Sie seien eine Gefahr für das Lager der Bundeswehr gewesen. Deshalb die vielen Toten.

Es ist nicht zu bestreiten, dass es der Bundeswehr möglich sein muss, sich und die Soldaten zu schützen. Aber dies war nicht der ursprüngliche Auftrag des Einsatzes in Afghanistan. Aber die öffentliche Meinungsbildung ist so verschoben und so verfälscht, wir sind so eingelullt, dass wir nach der Realisierung der ursprünglichen Ziele schon gar nicht mehr fragen, wenn es jetzt um die Entscheidung geht, ob die Bundeswehr dort bleiben oder ob sie das Land verlassen soll. Wer dafür plädiert, den militärischen Einsatz zu beenden, gilt als außenpolitisch unzuverlässig. Auch diese Botschaft ist in die Köpfe eines Teils unserer so genannten Eliten eingeprägt worden. Sie glauben fast noch mehr als das gemeine Volk, was mittels Propaganda erzählt wird.

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3 Reaktionen zu „Propaganda bereitet Kriege vor“

  1. Von Schölzel, andreas

    Sehr geehrter Herr Albrecht Müller !

    Es lief gestern abend (10.09.09 21:00 Uhr) auf PHOENIX der Film “Die Zäsur ” von Ulrike Hinrichs. Der “Bericht” war eindeutig darauf ausgerichtet BreitenPropaganda
    für den Afghanistan-Einsatz zu erwirken. (Der Link: http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/die_zaesur/255929 )
    Obwohl aber die Absicht für mich klar erkennbar war, ist es mir nicht möglich, dies auch (zunächst für mich ganz persönlich) mit Fakten zu “unterfüttern.”
    Das Einzige, was mir einfiel, war die Tatsache, daß die Taliban ja wohl erst mit Hilfe der CIA ins Leben gerufen worden sind, um gegen die damalige SU
    zu kämpfen. (Blieb ausgeblendet) !
    Bei der Erwähnung einer notwendigen Minenräumungshilfe durch die Bundeswehr stieß mir auf, daß es auch deutsche Exportfirmen sind, die dieses Teufelszeug auf dem Planeten breitwerfen (-lassen).
    Meine Bitte:
    Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie die Dunkelheit, in welche der Zuschauer hier entlassen wurde ein wenig “durchleuchten” könnten und dieser Art von medialen Machenschaften ‘mal etwas mehr auf den Zahn fühlen würden.

    Ansonsten bin ich Ihnen in jeder Art für alles sehr verbunden und dankbar für das, was Sie hier machen oder anders gesagt, freue ich mich, daß es im Lande eine intellektuelle Elite gibt, die sich auch so nennen dürfte ! Solange es noch geistige Kräfte gibt, die versuchen sich dem Ungeist der so sich nennenden Volksv(z-)ertreter entgegen zu stemmen, ist es vielleicht doch noch nicht zu spät, um die zu erwartende Katastrophe zumindestens etwas abzumildern.
    Mit Dank und Ermutigung zum “Weiter so!”
    Ihr Fan Andreas Schölzel

  2. Von Josef Duffner

    Auch ich war mal der Meinung, dass es nach einem verheerenden zweiten Weltkrieg für normal denkende Menschen die unserer Zivilisationsgesellschaft angehörten und den geistigen Intulekt besitzen um nachzuvollziehen zu können, was ein Krieg für Folgen und mit wieviel Leid er verbunden ist, das solche Ereignisse, insbesondere Angriffskriege wie wir sie derzeit erleben, nicht mehr so einfach möglich sind.
    Ich muss zugeben dass ich mich getäuscht habe.
    Die Medien scheinen dumm oder verblendet.
    Sie schreinen geradezu nach Krieg.
    Man tut offensichtlich alles um einen neuen Krieg zu befördern, möglich zu machen.
    Vor ca. 30 Jahren hat mir ein Mann der den letzten Krieg erlebt, schon mal vor einem Erschießungkomando stand und in letzter Sekunde vor dem Erschießen bewaht blieb gesagt:
    “Krieg ist wie ein Naturgesetz,
    es wird immer und immer wieder Krieg geben.”
    Ich wollte es ihm nicht glauben, tat es ab, war damals noch ein junger Mann, als die Meinung eines Älteren der die Dinge nicht mehr richtig einorden kann.
    Der Mann ist schon lange eines natürlichen Todes gestorben.
    Ich wollte ihm nicht glauben oder konnte ihm nicht glauben doch heute bin ich sicher dass er Recht hatte.
    Die Dummheit oder die Unwissenheit der Menschen wird immer wieder von anderen die von einem Waffengang provitieren missbraucht werden.
    Das ist heute nicht anders als in früherer Zeit.
    Die derzeitigen Ereignisse geben leider wenig Anlass anders zu denken.
    Der Mensch durch seine Gier wird immer wieder Kriege anzetteln und er wird immer wieder andere finden die ihm auch aus Gier dabei helfen werden - leider-.

    Mit einem Dank an sie und ebenfalls einer Ermutigung zum “Weiter so!”
    M.f.G…..josef Duffner

  3. Von Dr. Mirco Bohmeyer

    Wo haben Kriege ihren Ursprung?

    Eine ausgleichende Arbeit sollte täglich stattfinden um schlechten Gedanken und Gefühlen keinen Raum zu bereiten, damit keine zerstörerische Handlung folgen kann. Am Anfang steht immer eine kleine Unausgewogenheit mit Eifersucht, Neid, Missgunst, Habgier und Machtgehabe. Das hat sich seit Bestehen des für sich selbst verantwortlichen Menschen nicht geändert. Was passiert wenn wir Menschen nicht achtsam sind? Dann wird daraus Unterdrückung, Gewalt, Grausamkeit und unnatürlicher Tod. Zuerst sehen wir diese Phänomene in den kleinsten sozialen Einheiten wie Partnerschaften und Familien, die dann ihre Verwirklichung in Gemeinden, Vereinen, Städten, Firmen und Ländern finden. Die höchste negative Form der Einfleischung des Bösen ist der Krieg. Dieser begleitet uns noch heute tagtäglich. Lediglich einige wenige reiche Länder haben es bis heute geschafft, untereinander Ruhe zu halten. Sie haben aber überhaupt keine Gewissensbisse damit zur Vermehrung ihres eigenen Vermögens, Waffen an streitsüchtige arme Länder zu liefern, damit diese sich dann gegenseitig abschlachten können. Einem Krieg liegen immer niedere Motive wie Habgier und Machtvermehrung zugrunde und das widerspricht einer zukünftigen von Warmherzigkeit erfüllten Menschenfamilie.

    Herzliche Grüsse von einem Gleichgesinnten

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