Vera Lengsfelds vier Brüste oder der schwarze nackte Hintern der Grünen

Grüne in Nordrhein-Westfalen werben mit dem nackten Hintern einer schwarzen Frau. Die Linkspartei-Kandidatin Halina Wawzyniak hält in Berlin ihren jeansbedeckten Po hin. Vera Lengsfeld (CDU) wirbt nicht bloß mit ihrem eigenen Décolleté sondern auch noch mit dem der Kanzlerin. Man könnte jetzt sagen: die haben alle ein Rad ab. Nichts im Hirn, was sie den WählerInnen vorstellen könnten. Beziehungsweise nichts, was vorzeigbar wäre. Und viel zu verbergen.

Dass solche Plakate möglich sind, hat damit zu tun, dass der Feminismus auf dem Hund ist. Das wird den Frauen mit den Folgen der Weltwirtschaftskrise noch hart ins Gesicht schlagen. Viele junge Frauen haben noch Angst davor, zu sagen, dass sie feministisch denken, weil sie als Loserin hingestellt werden könnten. Bewusstlosere Frauen verschiedenen Alters nutzen den intellektuellen Niedrigststand der Debatte, um zu zeigen, wie »frei« sie sind. Aber die eigene Sexualität zur Ware zu machen oder parteipolitisch zu missbrauchen, ist das genaue Gegenteil von befreiter Sexualität und Emanzipation.

Wozu die Plakate im gleichen Moment damit ausdrücklich nichts sagen: Zum Krieg in Afghanistan. Zur stinkenden Blüte von Rassismus und Antisemitismus. Zur wachsenden Armut und dazu, dass bald nach der Bundestagswahl, vermutlich Anfang 2010, Millionen KurzarbeiterInnen in die Dauerarbeitslosigkeit entlassen werden. Die Kurzarbeitszeiten wurden extra ausgeweitet, damit das Desaster nicht vor der Wahl eintritt. Wer ist für das soziale Elend verantwortlich – außer seinem Verursacher, dem Kapital? Die den Staat des Kapitals tragenden Parteien, also genau die, die jetzt Frauenkörperteile ausstellen. (Dazu mehr in: Zeit des Zorns) Tatsächlich geht es, zumindest bei einem der Plakate um mehr: um Rassismus, Sexismus und, darunter gelagert, um Homophobie. Auf dem Plakat der Grünen in Kaarst sieht man wie die Hände einer »weißen« Frau mit rot lackierten Fingernägeln den Hintern einer nackten »schwarzen« Frau greifen. Von der weißen Frau sieht man nur noch die Unterarme, von der schwarzen auch die Taille und den Ansatz der Oberschenkel. Beide haben kein Gesicht.

Die erste Ebene ist die sexistische: Frauenkörperteile werden zum Zwecke der Wahlwerbung von einer Partei missbraucht. Die zweite Ebene ist die rassistische: nur der Hintern der schwarzen Frau ist nackt, er wird dem Betrachter zur Verfügung gestellt und gleichsam beispielhaft begrapscht. Der Körper der weißen Frau ist hinter einer Art Mauer versteckt. Die dritte Ebene ist die homophobe, die lesbenfeindliche. Das Plakat bietet dem männlichen Betrachter die Möglichkeit, zwei Frauen – besser: gesichtslosen Frauenkörperteilen – beim erotischen Kontakt zuzuschauen. Lesbische Liebe wird zum Konsumgut zum Zwecke der Wahlwerbung. Das enthält, aber davon wissen die Verantwortlichen nichts, die besondere Diskriminierung weiblicher Sexualität und weiblicher Homosexualität.

Darüber hinaus enthält das Plakat noch eine Beleidigung übler Art, den Text: »Der einzige Grund, schwarz zu wählen«. Was soll der Dreck? Alle Menschen mit afrikanischen Vorfahren sind Mitglieder der CDU und wenn sie ihre hübschen Hintern entblößen, wählen wir sie?

Dass dieses Plakat kein Versehen war sondern Hirnen, die rassistisch denken, entstammt, zeigt die Rechtfertigung der Kaarster Grünen für ihr Plakat: »Die Vorwürfe, bei dem Plakatmotiv handele es sich um ein rassistisches oder sexistisches, sind daher nicht haltbar. Sollte dieser Eindruck beim Betrachter entstehen, kann dem nur widersprochen werden und auf grüne Grundsätze verwiesen werden. Im Gegenteil könnte dieses Motiv zu Recht als ‚antirassistisch’ bezeichnet werden, entsprechende Äußerungen erhielten wir als Reaktion auch von Menschen mit ‚Migrationshintergrund’.« – Nun ist der Affe entflohen.

Zerlegen wir das mal: Weil irgendwelche »grünen Grundsätze« die Kategorie »antirassistisch« enthalten, ist alles, was Grüne machen, egal wie rassistisch, antirassistisch. Das ist ungefähr so wie mit den pazifistischen Grundsätzen der Grünen und ihrem ersten Krieg gegen Jugoslawien 1999. Krieg ist Frieden und Rassismus ist Antirassismus. Zweite Lektion: Die Grünen in Kaarst meinen, dass sie ein rassistisches Plakat veröffentlichen können, wenn sie nur genug Türken/Italiener/Griechen/Ghanaer finden, denen ihr Plakat gefällt. MigrantInnen werden zum Alibi. Klar, alle MigrantInnen und alle ihre Nachkommen sind feministisch, antirassistisch und niemals antisemitisch… Und wie kommen, drittens, diese grünen Rassisten überhaupt zu der Annahme, dass jeder schwarze Hintern einen Migrationshintergrund hat? Aufklärung lässt sich beschaffen bei der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (www.isdonline.de).

Die Bundesgrünen, erschreckt über viele Proteste, haben das Plakat »misslungen« genannt. Welch ein Euphemismus. Das erinnert mich an den Bürgermeister von Hoyerswerda, der nach den mörderischen rassistischen Anschlägen auf Flüchtlinge und Asylsuchende keine Prise Empathie besaß, sondern sich nur um das Image der Stadt sorgte. Die Kaarster Grünen haben noch einmal gezeigt, wie sie ticken und haben das Plakat auf ihrer Website mit einem grünen Raster zugedeckt und beleidigt »Zensur« darauf geschrieben. – Zensur ist, wenn einem ein anderer eine Meinung verbietet, die man hat.

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20 Reaktionen zu „Vera Lengsfelds vier Brüste oder der schwarze nackte Hintern der Grünen“

  1. Von Akatshi

    Wäre dieses Plakat von einer anderen Partei im Wahlkampf verwendet worden, so wären die Grünen sicher bundesweit vor politisch-korrekter Empörung in ein Staccato der kollektiven Schnappatmung verfallen. So fassungslos mich als dunkelhäutige Frau diese Verquickung von Sexismus, Rassismus und Blödheit auch macht, so gut ist es, dass dadurch deutlicher wird wo sich die Partei hinter der Sonnenblume längst po… sitioniert hat. Mitten im Establishment. Im Zweifel und bei Kritik kann man sich ja legitimiert durch grüne Werte (was für welche sollen das heute eigentlich noch sein und wo genau sind sie geblieben?) und vermeindlich bunte WählerInnen (über alle Parteien können nur FDP Wähler vom Durchschnittsgehalt noch mit den Grünen-Wählern konkurrieren - http://www.stern.de/politik/deutschland/parteitag-der-gruenen-eine-gegen-alle-700301.html) als unfehlbarer Gutmensch outen. Das auf dem Plakat zur Schau gestellte Körperteil korrespondiert daher anschaulich mit dem politischen Niveau das die Grünen erreicht haben.

  2. Von Kersten Artus

    Die zur Schau gestellte Körperlichkeit von Politikerinnen ist weder originell noch clever. Dieser postpostfeministische Ansatz wirkt auf mich verstörend. Was haben mein Hintern oder meine Brüste mit meiner Position zu tun? Haben diese Frauen ansonsten gar nichts auszusagen? Scheint so.

  3. Von Claudia

    Liebe Jutta,
    ich kenne das Plakat nicht, aber dass ist ja wohl unterste Schublade! Ich kann so einem frauenfeindlichen Wahlplakat nun gar keine Logik entlocken, außer, dass “die Grünen” genauso chauvinistisch und diskriminierend sind, wie die anderen Parteien auch - siehe Erklärungsversuch.
    Jetzt sollen sich wohl lesbische Frauen auch noch freuen, dass sie von den Grünen so schön “bedacht” und “dargestellt” werden…
    Na, das nenn ich doch Gleichberechtigung; Gleichberechtigung bei der Diskriminierung von Frauen. Ob schwarz, ob lesbisch, “von uns “Grünen” werden alle gleich plump und sexistisch gesehen und vorgeführt”…der Plakattext gibt Einem den Rest..dümmer geht nimmer!
    Endlich dürfen lesbische Frauen auch öffentlich sexistisch dargestellt werden, da haben wir doch gleich mal einen Eindruck, was “die Grünen” unter “Feminismus” und “Gleichberechtigung” wirklich verstehen…
    Feministische Grüße,
    Claudia

  4. Von Frank Polakowski

    Liebe Jutta Ditfurth,

    Ich will den Verbalakrobaten der Springer-Presse nicht das Wasser abgraben. Insbesondere dann nicht, wenn der kapitalistischen Wirtschaft das Wasser bis zum Hals steht. Aber bei den Grünen muss ich etwas weiter ausholen.

    Das hingehaltene Hinterteil der Grünen, deute ich als Unterwerfungsgeste. Die Renaissance autoritärer Gerechtigkeitsverirrungen und Erziehungsmethoden, legt den masochistischen Wunsch der Grünen nach Züchtigung nahe.

    Jedoch, zeigt sich in der derzeitigen Entwicklungsphase des Kapitalismus, dass gerade karrierebewusste Praktikantinnen mehr hinhalten müssen, als einen lückenlosen Lebenslauf. Nicht für jede/n, gibt es jetzt einen Job auf der Strasse, auch nicht für die Grünen. Falls bei den Grünen überhaupt dem Druck der Straße nachgeben wird.

    Nachdem der professionelle Opportunismus der Grünen, zu einer Rolex-geschwängerten Atmosphäre geführt hat, wird die Haut zum Markte getragen. Was bleibt ihnen auch übrig? Von ihren einstigen Zielen ist nichts mehr übrig geblieben. Ein Igel ohne Stacheln.

    Seid langen Jahren, kenne eine Frau die behauptet Feministin zu sein. Früher waren sie es, aber in der Wirtschaftskrise, ist sie eine echt deutsch-preußische Elite-Beziehung mit einem Bundeswehrsoldaten eingegangen. Sie kauft sich noch immer am Kiosk die Emma. Bekämpft den Chauvinismus, indem sie hin und wieder einen HartzIV-Empfänger zusammenstaucht. Aber im trauten Heim herrscht ein anderer Ton - wenn sie mal den Mund aufmacht. Ich kann nicht entscheiden, ob dies ein Einzelfall ist, aber ich befürchte, es ist keiner. Ist der Feminismus mit der Bundeswehr vereinbar?

    Helmut Kohl hat weitblickend erkannt: “Entscheidend ist, was hinten rauskommt“. (Pressekonf. am 31.08.1984; zitiert in DER SPIEGEL, 3. September 1984). Daraus folgt:
    Der Parlamentarismus hat die Grünen in die kleinkindliche Analphase zurückkatapultiert und sie halten den Hintern hin, um darauf hinzuweisen, was bei ihrer Politik auch in Zukunft rauskommen wird.

    Frank Polakowski, Berlin

  5. Von Tlaxcala

    Französische Fassung des Beitrags
    Les quatre mamelles de Vera Lengsfeld ou le postérieur noir des Verts
    http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=8364&lg=fr

  6. Von peet

    Einverstanden!

  7. Von mz250

    Ich verstehe diese ganze Aufregung nicht.

    Die Hände einer weise Frau auf einem schwarzen Hintern eines schönen schwarzen Körpern.
    Das einzigste was es an Schwarz wert ist gewählt zu werden, ist dieser schwarze Mensch ;)
    Immer eine Frage des Blinkwinkels, interpolationen im politischen Sinne, kein Plakat würde dieser Überprüfung standhalten.
    Ein Plakat das provoziert, zum Nachdenken anregt, die eigenen Phantasie an die Grenze treibt.
    Ist Intolleranz nicht ein Grund für Krieg ?
    Und andere Werte die man “Schwarz” zuordnet politischen Schwarz ?
    Das beste Plakat 2009 für mich und ein Lob an die Macher für Ihren Mut und Ihre Weitsicht.
    Kein Rassismus, kein Sexismus, obwohl diese Eigenschaften eigentlichen jedem Männlichen Handeln man zuordnen könnte.
    Frauen Missbraucht.
    Fragen Sie die Männer die nach Trennung von Ihrer Familie aus der Mitte ihres Bürgerlichen Lebens in die Odachlosigkeit getrieben wurde.
    Klischee ;)
    Die Fixierung gedanklicher Möglichkeiten beim Betrachtet dieses Plakats auf den Politischen Meinstream zu reduzieren könnte , man auch als Intrumentalisierung bezeichnen.
    Soviel ich auch immer für Rechte der Frauen war, für die Bewegung der Frauen,aber hier kommt ein typisches DDR Klischee zum Vorschein in einer Welt in der die Messlatte für typische Männliche Eigenschaften am Gesellschaftlichen Erfolg weniger gemessen wird und mit dem Ich mich Zb nicht mehr identifizieren kann.
    Das Plakat drückt das Gegenteil von Rassismus für mich aus.
    In der DDR mussten Menschen die gedanklich provozierten schon immer mit Schwierigkeiten rechnen in Ihrem leben, das weckt Ängste,heute alte vergessen Ängste die Ich weniger den unterschiedichsten Politischen Ansichten zuordnen würde , typisch Deutsch, die einzigste kleine Gemeinschaft die ich zwischen einer DDR und einer BRD endecken konnte.

    In finde es schade, das gerade Frauen so über dieses Plakat “herfallen”, es förmlich zerreisen in den Medien.
    Eine Chance, Ursache Wirkung verständlicher zu machen für die Menschen, Ursache Wirkung von Kriegen, von Rassismus,deren Folgen eben in einem Hoyerswerda zum tragen gekommen sind.
    Eine politisch schwarze Politik die Menschen gegeneinander auspielt, die für Profit steht, Gewinnmaximierung, Sozialen Kahlschlag.

    Das einzigste was es an Schwarz wirklich wert es gewählt zu werden, ist der Mensch das zu diesem schwarzen Po gehört.

  8. Von Dyan

    ..Die Grünen sind ein Verein angepasster Möchtegerne, keine Frage.
    ..jedoch das Plakat ist gut und der Po kann ebensogut der eines Mannes sein.
    Bitte nicht verzetteln im verständlichen Zorn auf das selbstgefällige Gehabe der Grünen und “Schönen” (Claudia Roth, igitt)..
    Lasst das Plakat gut sein und geht lieber auf die grünen Dummschwätzer und deren Windradlobby los..!

  9. Von Melanie Gatzke

    Diese Plakate sind gesachmacklos, einfälltig und entbehren jeglicher politischen Aussage.
    Es ist ja schön, wenn Merkel mehr zu bieten hat, nämlich Busen, wenn die Grünen nur noch das nackte Hinterteil vorzeigen können, dann sind sie wirklich weit gekommen. Wer soll denn dadurch ermuntert werden, diese Figuren zu wählen?
    Nur, mit solcher Werbung kann man keine Punkte machen, damit lösen wir keine Probleme.
    Probleme werden mit dem Hirn und dem Verstand gelöst, nicht mit dem Busen, schon gar nicht mit dem Hinterteil.
    Wo der Verstand fehlt, wird eben abgelenkt und diesesmal auf billigste Art und Weise.
    Es ist gut, dass Jutta Dietfurt darauf hingewiesen hat, was davon zu halten ist.
    Ja Leute, merkt euch das, unsere Kanzlerin hat mehr zu bieten!
    Fragt sich nur für wen?

  10. Von 16_LE

    Liebe Frau Ditfurth,

    Dein/Ihr Beitrag in allen Ehren, aber - in Leipzig gibt es die “sinnvollen” Plakatbeschriftungen: “Für ein starkes Sachsen”, im Kommunalwahlkampf “100% Leipzig” usw. - darf ich Dich/Sie fragen auf welche Partei sie dabei schließen bzw. raten? [Ein Hinweis: Es sind verschiedene Parteien] - , ich finde, da sind Vera&Angie, nackte wie auch immer gefärbte Hintern/Ärsche/Popos fast “tiefgründig”.

    Vor einigen Jahren gab es in Sachsen, soweit in Erinnerung aus den Medien, nur das Bild von Kurt Biedenkopf, das reichte schon. Jüngst sieht man einen Herrn Tillich “Mit kluger Kraft”, oder so ähnlich. Aha.
    Ob es bald einen Wettbewerb abseits von Körperteilen gibt: Wer ist farbloser, Steinmeier, Hubertus Heil oder doch Mr Tillich? Ob man die Popos derjeweiligen unterscheiden kann? Und ob diese verraten, ob sie Millionen, wie Herr Milbradt, verzockt haben?

    Und welches Gewicht haben eigentlich Veras Brüste? (Bei Naddel wissen wir es.)

    Zu deutsch: Deutschland ist ein Kulturland, zumindest steht es so geschrieben, kann man das alles noch etwas toppen, nach unten?
    Doch, man kann wohl, mit der Beschneidung der Meinungsfreiheit: http://www.burks.de/burksblog/2009/08/18/zensur-bloder-zufall/

    Vielleicht sollten wir Wahlen komplett abschaffen, dann gibt es auch keine langweiligen weil nichtsaussagende Wahlkämpfe mehr, die PR sorgt für grandiose Polit-Helden, die hin und wieder das Volk mit netten Zuckerli versorgen damit es bei Raab&Co ruhig ist und bleibt.

  11. Von Ulrich Bartels

    Hallo,

    ich habe zu diesem Thema nichts zu sagen, was nicht schon gesagt worden wäre.
    Parteien sind kein Thema mehr für mich - ebensowenig wie irgendeine Kirchenmitgliedschaft.

    Allen Lesern kann ich nur raten:

    Geht zur Wahl, aber macht die Stimme ungültig.
    Das hat zweierlei Folgen:

    1. die Stimme MUSS gezählt werden
    2. die Stimme erbringt KEINERLEI Wahlkampfkostenrückerstattung

    Kritik: Sicherlich ein sehr schwaches Zeichen - aber besser als gar nichts, denke ich mal.

    In diesem Sinne….

  12. Von 16_LE

    “Geht zur Wahl, aber macht die Stimme ungültig.
    Das hat zweierlei Folgen:
    1. die Stimme MUSS gezählt werden
    2. die Stimme erbringt KEINERLEI Wahlkampfkostenrückerstattung
    Kritik: Sicherlich ein sehr schwaches Zeichen - aber besser als gar nichts, denke ich mal.” [von Ulrich Bartels]

    Das ist die eine Variante, eine andere wäre: Den “Piraten” eine Chance zu geben; bis auch sie, sofern sie eine Chance kriegen, so werden wie die anderen. (Vielleicht wird dann eine gewisse Transparenz zumindest kurzzeitig mal Thema sein, bei Zensurula wohl nicht, ein Kurzvideo: http://netzpolitik.org/2009/ursula-von-der-leyen-und-die-pressefreiheit/

    Diese Partei http://www.parteidernichtwaehler.de/ zu wählen geht ja leider nicht, also auch nicht mal das komplette System zu verändern - bliebe vermutlich nur noch, wie 1989, der Gang auf die Straße, nur: Vom wem wie organisiert oder als Plattform angeboten in möglichst vielen Städten? (”Die Linke” hat es nicht ernsthaft getan/versucht!?)
    WENN schon von “demokratischen Wahlen” die Rede ist, warum werden dann Parteien wie SPD, Grüne, FDP und CDU zugelassen und warum behaupten sie dann wieder, die NPD sei UNdemokratisch? (Und mit einer weit besseren Politik der im Bundestag anwesenden Parteien bräuchte auch vermutlich kaum bis gar nicht “gegen” die NPD gearbeitet zu werden.)

    Wäre die Partei zugelassen worden, hätten sie die schöneren Brüste? Oder was an ihr ist undemokratischer als bei der NPD?

  13. Von Bernie Remour

    Sehr geehrte Frau Ditfurth,
    ich hatte gedacht, dass ein Feminismus der prüden sexualfeindlichen Ausrichtung sich überlebt hätte. Etwa nur noch interessant für Talk-Shows im Fernsehen, die Emma-Gründerin Alice Schwarzer beim Flirten mit Ex-Fußballstar Sepp Maier präsentieren.
    Auch Madonna konnte in dem Videoclip “Justify my love” kunstvoll einen schwarzen Po mit einem aufgeklärten Feminismus verbinden.
    Ob das die Grünen mit ihrem deutlich weniger tiefsinnigen visuellen Arrangement in Form des Plakates in Kaarst ebenso geschafft haben, wage ich allerdings zu bezweifeln. Das war wohl eher die Werbung für den kalorienarmen Schokoriegel, die hier bestellt wurde. Aber, wen wundert es oder wen regt es auf? Doch wohl nur ehemalige Mitstreiter der Grünen, die von der inzwischen erschreckend leichtgewichtigen politischen Kost der Partei provoziert werden.
    P.S.: In Leimen bei Heidelberg hat die dortige GAL einen Aktivisten, der sich mit jugendlichen Skinheads für “traditionell-dörfliche Werte” stark macht. Ist doch noch deutlich schriller als das Plakat in Kaarst, oder?

  14. Von Marianne

    Oh Gott! Was muss ich hier lesen? Frau Ditfurth - wie intolerant sind Sie denn? Dieses Plakat der Grünen (und ich bin von deren Politik meilenweit entfernt) ist das Beste, was ich im Wahlkampf je gesehen habe. Es hat was. Es mag mehr haben, als ich denke und es mag alles haben - aber gewiss keinen rassistischen Hintergrund. Mein Gott, wie verbohrt sind Sie hier alle? Darf man in Deutschland nur weiße Ärsche zeigen? Ist das dann kein Rassismus?
    Uns werden von den Politikern tagtäglich die Taschen voll gelogen, Frau Merkel bezahl dem armen Ackermann die Geburtstagsfeier, Frau Schmidt lässt ihren Dienstwagen nach Spanien kommen … und Sie haben nichts weiter zu tun, als sich über ein Bild aufzuregen, dass zwei nachte Hinterbacken zeigt? Wie prüde ist man hierzulande eigentlich?
    Wenn ich in die Plakat-Augen von Merkel, Westerwelle, Steinmeier, Lafontain und den AAnderen schaue, sehe ich Lügen, Lügen, Lügen. Dieses Bild, was auf dem Plakat der Grünen zu sehen ist, kann nicht lügen. Es zeigt Liebe, Zuneigung, verschiedene Kulturen und wirbt um den Schutz dieser Merkmale. Deshalb reagieren die anderen Parteien möglicherweise so empfindlich: weil hier ein offenes Herz gezeigt wird. Klar, die Grünen lügen m.E. auch bloß, aber dieses Plakat … nein, das geht an die Seele. Es ist einfach gelungen!

  15. Von Frank Polakowski

    Mein letzter Kommentar:
    Ein Plakat im Wahlkampf, sollte nicht losgelöst vom Inhalt betrachtet werden. Doch worin besteht der Inhalt? Wo ist die Aussage, wenn nichts da ist? Die PolitikerInnen wollen einfach nur gewählt werden. Sie drucken keine Texte mehr ab.
    Wer soll denn das alles lesen? So die oft gehörte Meinung.

    Im Laufe der Jahre, wurden aus den Texten, kurze Sätze. Und dann kamen ganz kurze Sätze und schliesslich nur noch einzelne Worte. Wir! Hinhören! Zuhören!

    Oder Sprüche wie: Reichtum für alle! Und gleich auf dem nächsten Plakat: Reichtum besteuern! Die können auch noch weggelassen werden. Austauschbar, denn überall, nichts als Lügen. Unehrlichkeiten ohne Ende. Destruktive Verhaltensweisen auch dort, wo man/frau, sie nicht vermutet.

    Frank Polakowski, Berlin

  16. Von Frauke

    Hallo Frau Ditfurth,
    genauso ist es.. Was hat denn die Emanzipation wirklich für die Befreiung der Frau gebracht? Sie ist zur Sexsklavin verkommen und welche Frau da nicht mitmacht und wirklich ihre Sexualität selbst bestimmt gilt als prüde. Meines Erachtens muss die Frau gar nicht befreit werden, denn in Wirklichkeit ist sie es bereits. Das muss sie nur erkennen. Das ist die Selbsterkenntnis. Das Patriarchat sichert sich auch durch Glaubensbekenntnisse die Macht, dass man beispielsweise glaubt Eva ist aus Adams Rippe entstanden. Glauben ist nicht Wissen. Nun die Wirklichkeit zeigt, dass jeder Mann aus der Frau geboren wurde und so war es, wenn man die Naturgesetzmäßigkeiten beobachtet, von Anfang an. Es ist gewaltig, was das im Umkehrschluss bedeutet. Da muss man sich also nicht wundern, dass es soviele Männerbünde im Okkultismus gibt, die im Verborgenen agieren und diese in allen Parteien wirken.

  17. Von donald gärtner

    aus der steinzeit hört man es trommeln
    es ist jutta ditfurth wir haben es vernommen
    was sie uns mitteilen will, das bleibt leider nur verschwommen
    denn ins haus oh graus hat sie technik pur, die telekom, bekommen

  18. Von Heinz Knöppler

    Liebe Redaktion,
    eine Vera Lengsfeld kann niemand mehr hinter dem Ofen vorlocken. Diese Frau ist bereits in die 3.Partei und schaut immer bei welcher Sie in den Bundestag kommen kann.Es geht dieser Frau nur um finanzielle Sicherheit.

  19. Von Christian B.

    Liebe Frau Ditfurth,
    Sie berühren den Feminismus an seiner empfindlichsten Stelle und dies berechtigt, indem Sie sagen: “die eigene Sexualität zur Ware zu machen oder parteipolitisch zu missbrauchen, ist das genaue Gegenteil von befreiter Sexualität und Emanzipation”. Die Abstraktion von natürlichen Qualitäten, sei es nun die Hautfarbe oder das Geschlecht, steht ganz im Sinne der Aufklärung wie ich sie verstehe, als Befreiung des Menschen als geistiges Wesen, das zwar seine natürlichen Zwänge nicht ganz überwinden kann, aber ihnen nicht gänzlich verpflichtet ist.

    Die Plakate der Linken mit dem “Jeanspo” kenne ich nicht, obwohl ich mich für die Linke engagiere.

    Mir ist allerdings aufgefallen, dass der Wahlkampf inzwischen nach ähnlichen Kriterien wie Starakademie oder andere Soaps geführt wird. Jede Partei hat ihr “Püppchen” oder einen “Strahlemann”.

    Beste Grüße
    Christian Buder

  20. Von André Kluckow

    Deine Berichte werden immer besser, Lob von mir!

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