- Von Jutta Ditfurth
- 25. August 2009 | 13:45
Am Tag, als ich mich bei der Telekom beschwerte, verlor ich einen Haufen eMails, den eMail-Zugang und schließlich meine komplette Internet-Verbindung. Die Telekom hat mich geofflined. Mein Journalistlnnenbüro ist seit dem 20. August abgeschnitten von der virtuellen Welt.
Wie kam’s? Lesen Sie die Vorgeschichte in Blog Nr. 4 Telekom: Wir ignorieren Sie - garantiert. Am 14. August sollte eine Verbindung auf DSL “aufgeschaltet” werden. Nichts geschah. Vielfältige Beschwerden nutzten nichts, eine Mitarbeiterin sagte: Schreiben Sie an René Obermann (den Telekom-Vorstandsvorsitzenden), wenn was wirkt, dann das. Meine Beschwerde an Herrn Obermann vom 20. August (13:34 Uhr) wird um 15:45 Uhr von Herrn G. beantwortet: „Wir danken ihnen auch für die Zeit, die Sie sich genommen haben, an unseren Vorstand zu schreiben. Bitte seien Sie versichert, dass wir Ihre Beschwerde sehr ernst nehmen und uns so schnell wie möglich darum kümmern.“ Ich bekam sogar ein Aktenzeichen, toll.
Am 20. August um 17:33 Uhr ruft Frau P. an. „Ich habe einen Auftrag vom Vorstand der Telekom Ihr Problem zu lösen.“ Mein Problem?
Zur Langfassung von „Die Telekom hat mich geblitzdingst…..geofflined“
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- Von Jutta Ditfurth
- 20. August 2009 | 15:03
Es war einmal … die Störungsstelle der Deutschen Bundespost. Man war sauer, wenn die nicht schnell kam, um das kaputte Telefon zu reparieren. Meistens klappte es. Das war vor der Privatisierung der Deutschen Bundespost und ihrer Aufteilung in Deutsche Post AG, Deutsche Postbank AG und Deutsche Telekom AG im Jahr 1995. War früher alles besser? »Unser nächstes Ziel ist, die gesamte Volkswirtschaft nach dem Vorbild der Post zu organisieren, und zwar so, dass die unter der Kontrolle und Leitung des bewaffneten Proletariats stehenden Techniker, Aufseher, Buchhalter sowie alle beamteten Personen ein den ‚Arbeiterlohn’ nicht übersteigendes Gehalt beziehen«, schrieb Lenin (»Staat und Revolution«, 1917). Der russische Revolutionär war ein Bewunderer der Deutschen Post – vor 92 Jahren. (Vgl. Zeit des Zorns)
Für mein JournalistInnenbüro in Frankfurt/Main haben wir versucht, die analoge Internetverbindung auf DSL umstellen zu lassen. Von der Telekom. In der Lebens- und Arbeitszeit, die uns die Prüfung des unübersichtlichen privatisierten Angebots sowie das, wann dann folgte, geraubt hat, hätten wir einen schönen Urlaub machen können. Vom Geld für die verlorene Arbeitszeit ganz zu schweigen. Was ist passiert?
Zur Langfassung von „Telekom: Wir ignorieren Sie – garantiert!“
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- Von Jutta Ditfurth
- 13. August 2009 | 17:11
Grüne in Nordrhein-Westfalen werben mit dem nackten Hintern einer schwarzen Frau. Die Linkspartei-Kandidatin Halina Wawzyniak hält in Berlin ihren jeansbedeckten Po hin. Vera Lengsfeld (CDU) wirbt nicht bloß mit ihrem eigenen Décolleté sondern auch noch mit dem der Kanzlerin. Man könnte jetzt sagen: die haben alle ein Rad ab. Nichts im Hirn, was sie den WählerInnen vorstellen könnten. Beziehungsweise nichts, was vorzeigbar wäre. Und viel zu verbergen.
Dass solche Plakate möglich sind, hat damit zu tun, dass der Feminismus auf dem Hund ist. Das wird den Frauen mit den Folgen der Weltwirtschaftskrise noch hart ins Gesicht schlagen. Viele junge Frauen haben noch Angst davor, zu sagen, dass sie feministisch denken, weil sie als Loserin hingestellt werden könnten. Bewusstlosere Frauen verschiedenen Alters nutzen den intellektuellen Niedrigststand der Debatte, um zu zeigen, wie »frei« sie sind. Aber die eigene Sexualität zur Ware zu machen oder parteipolitisch zu missbrauchen, ist das genaue Gegenteil von befreiter Sexualität und Emanzipation.
Zur Langfassung von „Vera Lengsfelds vier Brüste oder der schwarze nackte Hintern der Grünen“
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- Von Jutta Ditfurth
- 10. August 2009 | 13:31
Statt zu streiken traten letztes Jahr 221 Busfahrer der Verkehrsbetriebe Saarbahn GmbH in eine Partei ein, um die drohende Privatisierung zu verhindern. Bei Schaeffler und Porsche fielen Arbeiter ihren Kapitaleignern schluchzend um den Hals, anstatt sie zum Teufel zu jagen. Und gleichzeitig himmeln viele Deutsche den Wirtschaftsminister Guttenberg an, halten ihn gar für etwas Besonderes. Warum dieser untertänige und kleinbürgerliche Blick?
Wer die Weltwirtschaftskrise anrichtet, scheint manchmal fast gleichgültig – Hauptsache die Täter und die Elendsverwalter haben gute Manieren. Das Bürgertum klaubt für die eigene „Elite“-Produktion Vordemokratisches aus der „adligen Kultur“ (Rituale, Manieren, Erziehung, Militärisches).
Fast 90 Prozent der Menschen (ARD, Tagesschau v. 6.8.2009) glauben, dass die Weltwirtschaftskrise ihre soziale Lage verschlechtern wird und dass die Banken so weiter machen werden wie bisher. Und alle diese Millionen Menschen sagen: »Man kann nichts machen.« Millionen – Man will nicht. Man müsste sich ja streiten, informieren und organisieren. Da ist es bequemer zu maulen und zu jammern und zu warten, dass …. ja, was? Ein Führer kommt? Zur Langfassung von „Guttenberg oder wie kleinbürgerlich-untertänig sind die Deutschen?“
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