Die Banken-Leistungsträger und ihr Bonus

Die Banken zahlen wieder hohe Boni an ihre Banker. So die Berichte von der Wallstreet und aus der Londoner City. Aber auch in Deutschland rollt wieder der Rubel. Der Chef der durch viele Steuermilliarden geretteten Bayerischen Landesbank bekennt sich laut Süddeutsche Zeitung vom 28.7. zu den Bonuszahlungen. Der Chef der Pleite-Landesbank HSH-Nordbank hat für 2008 gleich 2,8 Mio. Euro zugeschoben bekommen – abgesegnet von den Politikern in den Aufsichtsräten. Und natürlich steckt die Deutsche Bank nicht zurück, wenn sogar Pleitebanken hohe Boni zahlen.

Die Argumente für die Boni sind immer die gleichen:
(1) Die Banken müssen ihre Spitzenkräfte halten, weil die sonst zur Konkurrenz oder gleich zu den Banken nach Fernost gehen.
(2) Sofern es sich um Geschäftsbanken im Privatbesitz handelt, ist es Sache der Eigentümer, an wen sie welche Gehälter und Boni zahlen. Was Privatsache der Familien Piech und Porsche bei der Abfindung von Herrn Wiedeking ist, das ist ebenso Angelegenheit der Bankaktionäre.

Diese Argumente sind schlicht Unsinn:

Erstens wird im Finanz- und Bankensektor massiv Personal abgebaut. Wohin sollen all die Leute gehen, wenn sie keine Boni mehr bekommen? Der eine oder andere wird glücklich sein und tatsächlich wechseln können. Aber die meisten sind froh darum, dass sie ihren Job behalten dürfen. Es gibt keinerlei Beleg dafür, dass eine Bank in die Knie geht, wenn ihre Fachkräfte nur „normal“ verdienen.

Zweitens wird die Finanzindustrie durch Billionen Euro Staatsgelder in den wichtigsten Industrieländern am Leben gehalten. Das gilt nicht nur für die Commerzbank oder die meisten Landesbanken, in die direkt Steuergelder geflossen sind. Das gilt auch für die Deutsche Bank. Denn der Bankensektor ist längst nicht mehr Teil der Privatwirtschaft. Sondern er hängt wie ein Hartz IV-Empfänger an der Staatsknete – in Deutschland, in den USA, in Großbritannien.

Auch die Deutsche Bank, die bislang ohne Staatsgelder über die Runden gekommen ist, kann sich jetzt nur deswegen zu neuen Höhenflügen und Spekulationsgeschäften aufschwingen, weil im Hintergrund der rettende Staat steht, der die Deutsche Bank schon nicht untergehen lässt.

Wenn die Banken schon gerettet werden müssen, weil sie eine gesellschaftliche Aufgabe haben, dann müssen auch die Vergütungssysteme und vor allem die Boni entsprechend angepasst werden – an die entsprechenden Systeme öffentlicher Dienstleister. Warum kann nicht für die Bayerische Landesbank ein ähnliches Bonussystem gelten wie etwa für die Stadtwerke München?

Warum zahlt die Finanzindustrie überhaupt wieder Boni? Weil sie es kann! Sie macht wieder Gewinne. Kein Wunder: Denn sie bekommt extrem billiges Geld von der Zentralbank und leiht es teuer aus. Mit billigem Geld, das anderen gehört, lässt sich schön spekulieren. Für die Gesellschaften ist das extrem gefährlich, wie wir inzwischen wissen.

Die Gilde der Banker darf keine zweite Chance für ein neues Spielcasino bekommen!

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