Neue Weltleitwährung „Sonderziehungsrechte“!? China rüttelt am Dollar
Die chinesische Regierung äußert sich in den letzten Tagen verdächtig häufig zum Thema US-Dollar. Noch vor wenigen Wochen hat der chinesische Ministerpräsident Wen angekündigt, künftige Käufe von US-Staatsanleihen genau zu prüfen. (Ein Einstellen der Käufe seitens der Chinesen wäre das Ende des US-Dollars)
Jetzt bekräftigt die Vize-Gouverneurin der chinesischen Zentralbank, dass man auch weiterhin US-Staatsanleihen kaufen wird. (Man hat also zurzeit kein Interesse, die eigenen US-Dollar-Bestände in Höhe von mehreren hundert Milliarden durch unnötige Rhetorik abzuwerten)
Der Chef der chinesischen Zentralbank fordert gleichzeitig eine neue Weltleitwährung unter Abkehr vom US-Dollar. In diesem Zusammenhang werden die so genannten Sonderziehungsrechte des IWF (Internationaler Währungsfond) ins Spiel gebracht, die schon seit einigen Tagen durch die Gänge „wabern“.
Was hat es damit auf sich?
Zunächst einmal ist der IWF eine Institution, die im Zusammenhang mit der Reform der Währungssysteme von 1944 (Bretton-Woods-Abkommen) geschaffen wurde um den internationalen Zahlungsverkehr zu unterstützen. Klingt reichlich abstrakt. Der IWF ist so etwas wie die oberste Zentralbank der einzelnen Zentralbanken der Staaten. Dieser IWF kann auch Darlehen an Staaten vergeben. Das Geld dafür erhält er in der Regel von seinen Mitgliedern. 185 Staaten gehören dem IWF an. Ihr Stimmrecht ist jedoch sehr unterschiedlich und daher sehr umstritten. Das größte Stimmrecht haben – wen wundert’s – die USA mit knapp 17%. Danach folgen Japan und Deutschland mit jeweils knapp 6%, Frankreich und Großbritannien mit je 5% und so weiter. Da für eine Beschlussfassung 85% der Stimmen nötig sind, geht ohne die USA gar nichts. Dem IWF wird schon lange vorgeworfen, ein Handlanger der USA zu sein und mit raffinierten Geschäften und Kredittricks die Länder der dritten Welt zugunsten der USA auszubeuten.
Dieser IWF hat, wenn man es vereinfacht ausdrückt, eine eigene Währung mit dem unkonventionellen Namen „Sonderziehungsrechte“. Der Kurs dieser Währung wird sogar täglich bestimmt, wenn auch an den Börsen kein Handel darin stattfindet. Diese Währung besteht aus einer Mischung von bekannten Währungen. Man spricht von einem „Korb“. Dieser Korb besteht zu 44% aus US-Dollar, 34% Euro, 11 Prozent Yen und 11% Britisches Pfund.
Ein Mitgliedsstaat könnte jetzt eigene Anlagen (Gold, Staatsanleihen etc.) beim IWF hinterlegen und dafür Sonderziehungsrechte als Darlehen erhalten. Damit kann er bei anderen Staaten bezahlen. Eben wie mit einer Währung.
Die Chinesen wollen dieses Instrument angeblich aufwerten und beim großen Treffen der 20 größten Wirtschaftsnationen am 2. April soll dieses Thema „Weltleitwährung Sonderziehungsrechte“ angeblich eine große Rolle spielen.
An den Märkten wabern hierzu wilde Spekulationen, ob eine neue Weltwährung ins Leben gerufen wird. Klare Informationen gibt es meines Wissens noch nicht. Im Augenblick versucht jeder diese Informationen und Entwicklungen einzuordnen und zu werten. Ich selbst halte da im Moment noch nicht allzu viel von und auch meine in der Regel sehr gut informierten Gesprächspartner aus dem Devisenbereich halten diese Story für eine „Finte“.
Ich werde in den nächsten Tagen auf meiner Homepage www.cashkurs.com weitere Informationen für Sie zusammentragen und Sie informieren. Zur Stunde sollten wir dieses Thema aber noch nicht überbewerten.


