Der Preis der Heilung

Wie viele Opfer die Medizin fordert, weiß niemand. Weder die Zahl der Todesfälle noch die schwerer Nebenwirkungen und Schäden ist bekannt. Viele Fehler, Irrtümer und Komplikationen werden nicht als solche erkannt. Manchmal können weder Ärzte noch Patienten sagen, ob die verzögerte Heilung nach einer Operation darauf zurückzuführen ist, dass der Eingriff mäßig gelungen, das Medikament danach nicht angemessen oder die Konstitution des Kranken zu angegriffen war.

Studien aus den USA und anderen Ländern zeigen, dass drei bis vier Prozent der Patienten im Krankenhaus Schäden erleiden. Bezogen auf 17 Millionen Behandlungen, die jährlich in deutschen Kliniken stattfinden, würde das erschreckende Zahlen ergeben: Demnach würden jährlich 500 000 Menschen Schäden durch die Medizin erleiden – 140 000 von ihnen durch Behandlungsfehler.

Ähnlich ungenau sind Angaben zu Todesfällen. Für die USA war das „Institute of Medicine” im Jahr 2000 zu dem Schluss gekommen, dass dort jährlich zwischen 44 000 und 98 000 Menschen durch Medizinirrtümer ums Leben kommen. Die Dunkelziffer ist hoch. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass 40 000 Patienten in Deutschland jährlich Ansprüche erheben. Die Schlichtungsstelle hatte am häufigsten mit Schäden nach Operationen zu tun – Medikamenten-Zwischenfälle sind schwieriger aufzudecken. „Arzneimittel zu geben ist ein Hochrisikoprozess”, sagt Daniel Grandt von der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft. Der Sachverständigenrat im Gesundheitswesen schätzt in seinem Gutachten 2007, dass in Deutschland 80 000 Patienten jährlich wegen Nebenwirkungen ins Krankenhaus müssen. Der eigentliche Skandal ist nicht die große Zahl der womöglich Betroffenen. Schlimmer ist, dass 40 Prozent der Fälle vermeidbar wären, wie Experten vermuten.

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Eine Reaktion zu „Der Preis der Heilung“

  1. Von Gabriele Mühl

    Guten Tag Herr Bartens,
    das, was Sie schreiben, kann ich als Betroffene nur bestätigen. Ich bekam in den Jahren 1999 - 2001 ein Rheumamedikament und hatte genau in dieser Zeit so starke Depressionen, dass ich 2 Suizidversuche unternahm.
    Ich lebe seit 9 Jahren wieder “normal” und war seither auf der Suche nach den Gründen für meine Depressionen damals. 2008 kam ein Verdacht, seit kurzem habe ich den schriftlichen Beweis: Das Rheumamedikament war schuld an meinem Leiden.
    Nun kam mir die Idee zu einem Buch “Alles psychisch? - Wie schulmedizinische Medikamente uns krank machen ” Ich bin mittlerweile Ernährungsberaterin und Beraterin der Hormonselbsthilfe und kann aus diesen Sparten viele Informationen liefern. Ich selbst traue mir jedoch nicht zu, ein Buch zu schreiben. Wären Sie interessiert? Danke für Ihre Antwort. Gruß G. Mühl

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