Risse in der „Achse Moskau – Algier“
Der algerische Präsident Abdelaziz Bouteflika besuchte Moskau. Eines der Hauptthemen der Verhandlung war natürlich – Gas. Russland und Algerien sind Europas wichtigste Gaslieferanten. Außerdem hatten die beiden Staaten angedeutet, dass sie eine gemeinsame Gaspolitik betreiben wollen.
Russland und Algerien hatten noch vor kurzer Zeit versucht, gemeinsam im weltweiten Geschäft mit Energieressourcen mitzumischen. Algeriens Führung unterstützte die Idee der Russen, eine Art „Gas OPEC“ zu gründen. In die Tat umgesetzt wurde der Plan bisher noch nicht. Außerdem haben Russland und Algerien inzwischen eine Menge zwischenstaatlicher Probleme zu lösen. Im letzten Jahr wurde die Zusammenarbeit zwischen dem staatlichen algerischen Gasunternehmen, Sonatrach, und Gazprom beendet. Der Vertrag über die Zusammenarbeit, unterschrieben im August 2006, liefe aus, so die offiziellen Stimmen aus Algerien. Zur selben Zeit aber machte das algerische Militär Russland den Vorwurf, nicht wie versprochen neue Flugzeuge geliefert zu haben, sondern alte Maschinen aus der Sowjetzeit, die nur leicht überholt wurden. Dabei bestreiten russische Quellen nicht, dass es tatsächlich technische Probleme gab. Die politische Führung jedoch sieht in den Vorwürfen lediglich eine politische Kampagne. Algerien formulierte seine Unzufriedenheit Russland gegenüber erst, nachdem der französische Präsident Nicolas Sarkozy das Land besucht hatte. Er hatte angegeben, dass er mit seinem algerischen Kollegen mehrere Verträge im Wert von insgesamt 7,3 Mrd. US-Dollar unterschrieben habe. In erster Linie ginge es dabei um Gas. Mit dieser Strategie, so Analysten von Gazprom und Kreml, versuche Europa gegenüber Gazprom in die Offensive zu gehen.
Wenn es nun zwischen Moskau und Algerien zu Unstimmigkeiten kommt, wird die Idee von der „Gas OPEC“ begraben, die Tätigkeit von Gazprom in Europa behindert und der russischen Wirtschaft Schaden zugefügt. Jetzt muss Wladimir Putin möglicherweise seinen algerischen Kollegen davon überzeugen, dass man dieser „Verschwörung“ gemeinsam Stand halten sollte.


