Papst Silvester
Wer war eigentlich Silvester, der bekannteste aller Tagesheiligen? Um 250 geboren, wurde er zum Priester geweiht, während Kaiser Diokletian eine der schlimmsten Christenverfolgungen durchführte. Dann kam Kaiser Konstantin auf den Thron, und das Blatt wendete sich komplett: Der Kaiser wurde Christ. Nur wenige Wochen danach wurde Silvester zum neuen Papst gewählt. Dadurch ist er der ideale Patron für einen glücklichen Neuanfang.
Der Legende nach hat Silvester den todkranken Kaiser getauft und ihn dadurch von einer Aussatzerkrankung geheilt. Zum Dank schenkte Konstantin ihm das Gebiet des heutigen vatikanischen Kirchenstaates und die Erlaubnis, die kaiserlichen Insignien zu tragen. Diese „Konstantinische Schenkung“ stellte sich später als historische Fälschung heraus. Der Vatikan, erbaut auf einer Lüge – ein Schock, der als Schatten über dem Leben Silvesters liegt. Das Dumme daran: Die Fälschung der Dokumente wäre gar nicht nötig gewesen, denn Konstantin hat den Kirchenstaat ohnehin großzügig unterstützt.
Daraus ergibt sich folgender simplify-Tipp: Hüten Sie sich vor Legendenbildung, die es auch in vielen Ehen gibt (z. B. „Früher warst du ganz anders“). Suchen Sie den wahren Kern, den jede Legende hat. Arbeiten Sie gemeinsam heraus, was daran gut ist, und leben Sie das – ohne Legende, also etwa: „Ich würde dich gern wieder mit den verliebten Augen sehen, die ich damals hatte.“


