Christentum und Wissenschaft

Das Christentum hat die Wissenschaft erfunden. Der Glaube an die „creatio ex nihilo“, der der jüdisch-christlichen Tradition zu verdanken ist, machte jede Angst vor der Natur, vor bösen Geistern in der Natur oder der Natur selbst als Gott unmöglich. Der Auftrag „macht euch die Erde untertan“, dem die Bibel hinzufügt „…und sorgt für sie wie für einen Garten“, lässt das angstfreie wissenschaftliche Begreifen der Natur entstehen. Der Fall Galilei war kein Konflikt von Kirche und Wissenschaft, es war der größte Mediencoup aller Zeiten.

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Eine Reaktion zu „Christentum und Wissenschaft“

  1. Von Hans-Ulrich Bank

    Immer wieder wird der Versuch unternommen, dem Themenkomplex “Gott, Glauben, Religion” einen wissenschaftlichen Anstrich zu verpassen. Warum nur ? Glauben ist nun mal glauben und nicht wissen. Und diese Aussage beinhaltet keine Wertung ! Menschen, die in autonomer, freier Entscheidung zu ihrem Glauben gefunden haben, brauchen doch keine Minderwertigkeitskomplexe zu haben und haben solche Attitude doch nicht nötig.
    Die frühchristliche Lehre von der “creatio ex nihilo” irgendwie in eine Verbindung mit Wissenschaft zu bringen, ist völlig absurd. Herrr Lütz begibt sich damit in gefährliche Nähe zu den evangelikalen Kreationisten, die ja auch ihrem Schöpfungsglauben mit ihrer “Theorie” des “Intelligent Design” einen wissenschaftlichen Unterbau verleihen vermöchten.
    Das wissenschaftliche Begreifen der Natur hat im europäischem Kulturraum in der Antike bei den Griechen und Ägyptern begonnen und ist keineswegs von einem biblischen Auftrag ausgegangen.
    Die immer wieder zu konstatierende Wissenschaftsfeindlichkeit der Kirche in ihrer 2000-jährigen Geschichte kann Herr Lütz auch nicht mit einem Verweis auf den “Fall Galilei” aus der Welt schaffen. Er beruft sich dabei ganz offensichtlich auf die umstrittenen Aussagen des in vatikanischen Diensten stehenden Jesuiten Walter Brandmüller. Dieser lässt in seinen Büchern eine durchaus differenzierende Sicht auf das Thema “Papst, Inquisition, copernikanische Lehre, Galilei” entstehen, aber den Fakt, dass Galilei letztendlich gezwungen wurde, im Büßerhemd knieend seinen Ideen abzuschwören und dass er bis an sein Lebensende mit Hausarrest abgestraft wurde, kann auch er nicht aus der Welt schaffen. Wie Herr Lütz daraus die Aussage herleitet, der Fall Galilei war kein Konflikt von Wissenschaft und Kirche, bleibt sein Geheimnis.

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